Wie mit Winnetou alles anfing…

und mit Thorin Oakenshield bestimmt kein Ende findet………

Winnetou was the beginning…….. and Thorin is not the end

English version below…

Während eines nachtfüllenden Gesprächs mit guten Freundinnen, leckerer Pasta, Eis und viel Wein, bei dem wir intensiv über interessante Filme und Schauspieler/innen diskutiert hatten, stellte sich heraus, dass eigentlich fast alle von uns von einem Mann geprägt wurden, an den sich heutige Jugendliche kaum oder gar nicht erinnern können.
Wir waren im 2. Teil der Hobbit-Trilogie und stellten unisono fest, dass Zwerge mit langen dunklen Haaren, Gewändern wie aus dem Mittelalter, bewaffnet mit Schwert, Pfeil und Bogen doch eine ziemliche Anziehungskraft auf uns (fast) alle haben. Eine der anwesenden Damen würde sich gerne zu Kili auf den Tisch mit dem Walnusskopfkissen gesellen (die Nüsse eigenen sich hervorragend als Zwischensnack meinte sie), andere – wie ich auch – ziehen die leicht psychotische und großgewachsene Variante vor, die uns alle sehr an unsere erste große Liebe erinnert und die ja angeblich fürs Leben prägt. Damals gab es noch nicht viele Gelegenheiten sich in Filmfiguren, Schauspieler, Helden zu verlieben, mit nur beschränktem Angebot im öffentlichen Fernsehprogramm waren es zumeist Romanfiguren die die Aufmerksamkeit von uns Mädels damals fesselten.
Aber eine zentrale Figur gab es offensichtlich für uns alle: der schlanke, dunkel- und langhaarige Krieger mit der sanften Stimme und leichtem Akzent hatte uns damals schon fest im Bann.

Im Folgenden will ich allerdings für mich sprechen.
Irgendwann in meiner Grundschulzeit, kam für mich der erste Winnetou Film im Fernsehen. Manch einer mag sich daran erinnern, dass es eine Zeit gab in der im Fernsehen genau 3 Programme gezeigt wurden, dass Sandmännchen punkt 19 Uhr gesendet wurde und nachts ein Standbild für frühe Schlafruhe sorgte. Wann mich der erste „Hin-und weg-völlig-verliebt in eine Filmfigur“ erfasste weiß ich nicht mehr genau. Das Kennenlernen des tapferen Indianerhäuptlings veränderte mein damaliges Jung-Mädchen-Leben und hat offensichtlich auch heute noch Auswirkungen auf die Wahl meiner Top-favourite Kinofilme, Männer die das Herz zum schmelzen bringen und das Kopfkino das ganz automatisch mitläuft.
Es lebe wikipedia, hier findet Frau viel Info, die für das Fanleben wichtig und bedeutsam ist – Wikipedia spricht, nur als Info für Nicht-Karl-May Fans:
Winnetou ist eine berühmte Gestalt aus dem gleichnamigen Roman und anderen Werken des deutschen Autors Karl May (1842–1912), die im Wilden Westen spielen. Winnetou verkörpert den edlen, guten Indianer und kämpft mit seiner „Silberbüchse“ auf seinem Pferd Iltschi für Gerechtigkeit und Frieden. Dabei wird er meistens von seinem weißen Freund und Blutsbruder Old Shatterhand begleitet, aus dessen Sicht als Ich-Erzähler die Geschichten um Winnetou oft verfasst sind.“


Laut Wikipedia kam der „Schatz im Silbersee“ 1962 heraus, da war ich noch nicht auf der Welt, mein Dasein als Fan muss also irgendwann im gefühlten Jahr 1974 oder später begonnen haben. Kam Winnetou im Fernsehen musste der Rest der Familie passen. Mit den anderen Kindern aus dem Haus zogen wir in den Wald, bastelten Pfeil und Bogen und kämpften gegen andere Stämme oder die Bleichgesichter, die niemand „spielen“ wollte. Bald hatte ich alle Hörspiele die es damals auf Schallplatte gab, ja das schwarze Ding mit dem Loch in der Mitte – Frau mag sich erinnern, die Hörspiele habe ich heute noch im Keller, die Filmmusik natürlich auch, nur der bis zur Unendlichkeit geklebte und immer wieder reparierte Bravo-Starschnitt von Winnetou der mich im Dauerzustand von der Wand gegenüber anlächelte hat sich leider irgendwann in seine Einzelteile aufgelöst…….
Ich las fast alle Karl May Bücher, nur einige wenige Exemplare fehlten in der örtlichen Leihbücherei – habe Rotz und Wasser geheult wenn eine geliebte Person oder ein treues Pferd sterben musste und die erste große Liebe lange Zeit gelebt.
Als ich mir dann vor einigen Jahren mit meinen Kindern die alten Winnetou-Filme angesehen habe, war ich erstaunt wie sehr meine eigenen Ansprüche an Kinofilme doch gestiegen sind. Die „Toten“ stehen alle wieder auf, steigen aufs Pferd und reiten weiter im Kreise umher und keinem Zuschauer ist es damals aufgefallen, heute sieht das schon ein bisschen albern aus 😉

Nachtrag: Pierre Brice ist am 6. Juni 2015 leider verstorben. Meine Eindrücke dazu finden sich in meinem Post:pierre-brice-winnetou-ist-tot/
Rest in peace, Held meiner Kindertage! Ich werde Dich nicht vergessen

Wenn Frau von Barte absieht sehen sich beide – und sprechen wir mal ganz konkret von Winnetou und Thorin Oakenshield – sehr ähnlich. Die gleichen wehenden Haare, nur das Stirnband fehlt, trainierte Statur, vermeintliche Größe (ich glaube Pierre Brice war gar nicht so groß), die faszinierenden Augen, die umwerfende Ausstrahlung, kein heutiger, auf den Straßen frei herumlaufender Mann kann da mithalten, sorry Männer aber es ist so!
Und so holt uns im Kino immer wieder die Vergangenheit ein, eine Persönlichkeit, die uns schon früh geprägt hat und nach 30 Jahren immer noch wie der Blitz einschlägt wenn ein würdiger Nachfolger gefunden ist.

File:200px-thOrinlego.jpg

Zum Glück gibt es ja noch einen dritten Teil vom Hobbit und Thorin Oakenshield, wir Mädels werden wieder zusammen gehen und da wir alle das Buch gelesen haben eine große Box Taschentücher mitnehmen und heulen, wie wir damals bei Winnetou 3 Tränen ohne Ende vergossen haben……

Und so schicke ich einfach mal die Frage ins große WWW: Was hat Euch geprägt, welche Figuren, Musik, Bücher? Und hoffe auf viele Rückmeldungen………

😎

It was a long winter night with some good (girl)friends and we made the discovery that we all have been marked of the same man many years ago, our first adored actor.
We were in part 2, Hobbit trilogy and we recognized in unison, dwarfs with long black hair, armed with bow and swords, medieval clothing have a strange appeal on us. One of us like to take place on the table with Kili and the walnut pillow, the nuts are a brilliant Snack…..
Others, like me – preferred the tall, dark, slightly psychotic type of a dwarf, remembering of our first great love……it was the dark, tall (?), long haired warrior with the soft voice and little accent on his black horse…….

Some day when I was a child (for me) the first Winnetou movie was in the TV. It was a time with just 3 channels, bedtime stories with Sandmännchen every day at 7 pm and a fixed image after midnight assuring the sleep.

Winnetou changed my young-girl-life completely, I think it was 1974 earlier or later……
The rest of my family had to watch the movies if they were in the TV, no mercy! I read nearly all the books of Karl May, the kids in our street met every afternoon in the forest or the playground, we made bows and arrows and nobody wanted to play the pale-faced cowboys, just the native Americans. In shortest time I owned the soundtrack, the audio dramas, the BRAVO life-size picture, glued a thousand times till it´s gone…..
Today the old movies look foolish, but 197? we, the kids loved them.

Thorin Oakenshield bears a lot of resemblance to Winnetou, same hair, the trained figure, tall, the fascinating eyes, gorgeous charisma – sorry men,
no real man can keep up with them!
And also, the past catches us up in the cinema, Thorin – a personality like Winnetou – with a lightning – a worthy follower of the brave Indian is found. Fortunately the third part of the hobbit and Thorin Oakenshield will come soooooon 😉 and we´ll watch the movie together with a great box of tissues (we read the book) and cry together like we cried when Winnetou died.

And also I want to know which person, movie, music, book had impressed you, in your childhood till now?

File:200px-thOrinlego.jpg

Quelle: lego.wikia.com

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18 Antworten zu Wie mit Winnetou alles anfing…

  1. Herba schreibt:

    Oh ja, die Winnetou-Filme kenne ich natürlich auch, allerdings gehörte ich zum Lager derer, die den großen Blonden an Winnetous Seite bevorzugten und anschmachteten. Deine Vorliebe für Thorin kann ich zu 100 Prozent nachvollziehen und ich bin gespannt, was (außer dem Ende) im dritten Teil des Hobbits noch auf uns wartet…

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    • silverbluelining schreibt:

      Hallo Herba, schön, dass Du meine Seite entdeckt hast, ich lese fast täglich Deinen Blog und bin bekennender Fan :-). Beim dritten Hobbit-Teil bin ich auch sehr gespannt wie die Geschichte mit Kili und seiner Elfenfreundin ausgeht, da sie im Buch ja gar nicht vorkommt ist hier alles offen. Und für Kili benötigen wir – laut Buch – ja auch ein paar Taschentücher.
      Ich hätte es zwar super gefunden wenn Peter Jackson seine künstlerische Freiheiten außerdem dazu genutzt hätte die Geschichte neu enden zu lassen, aber wie in einigen Interviews zu erraten war darf die Thorin Fangemeinde leider nicht auf ein alternatives Ende hoffen 😉

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      • Herba schreibt:

        Das freut mich 🙂
        Mmmmh, zuerst hatte ich mir auch ein alternatives Ende von PJ gewünscht, aber ich glaube, mirist es mittlerweile lieber, wenn er alles so läßt wie Tolkien es im Bezug auf Durins Erben vorgesehen hat – auch wenn es weh tun wird, sich das anzuschauen *seufz*

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  2. Pingback: Mein 100ster Blogpost – Blogpost number 100 | silverbluelining

  3. Pingback: Pierre Brice / Winnetou ist tot | silverbluelining

  4. CC16 schreibt:

    Hallo, gerade bin ich auf Deinen Blog gestoßen und ich dachte: Wow, genau wie bei mir! Da bin ich sozusagen vorbelastet, seit ich 6 Jahre alt war, und wusste es gar nicht. Pierre Brice habe ich später in Echt bei den Karl-May-Festspielen in Elspe gesehen. da war ich schon 15, aber gekribbelt es wie irre, Winnetou über die Bühne reiten zu sehen. Am allermeisten habe ich es übrigens damals gehasst, wenn Eltern und Oma mir ständig sagten, dass das doch nur gespielt sei. Ich war ja nicht blöd, das wusste ich selber, aber der Herzschmerz war trotzdem da und gehörte auch irgendwie dazu. Und so kam, was kommen musste, ich heulte mir Tage nachdem ich Hobbit 3 im Kino gesehen hat, die Augen aus, bis mein Mann sich ernsthaft anfing, Gedanken zu machen. Da habe ich lieber aufgehört, zu heulen. Inzwischen ist die „Trauerarbeit“ aber auch getan…….

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    • suzy schreibt:

      Hallo CC16, Leidensschwester! freut mich, dass Du meinen Blog gefunden hast. Wahrscheinlich hat uns dieser Indianer bis zum Tod geprägt, was ich allerdings nicht tragisch finde! Aber Du hast Pierre Brice live gesehen! Ich leider nie 😦 Von Freiburg aus war das das andere Ende der Welt. Inzwischen wäre ich zwar näher dran, aber er reitet nie mehr wieder…..
      Und den 3. Hobbit habe ich mehrere Male gesehen. Beim 2. Mal heulte ich schon bevor er aufs Eis ging ❤ bin aber sehr gespannt auf die extended Version, da soll es ja noch eine Beerdigungszeremonie geben 🙂 Liebe Grüße, wohin auch immer 😎

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  5. Martina Ramsauer schreibt:

    Ganz lieben Dank Suzy für deine Erinnerungen von Winnetou und auch seiner Zeit:), bei denen auch bei mir wieder die BRAVO Ausschnitte von Pierre Brice in den Sinn kommen, die ich in meinem Zimmer aufgehängt hatte. Ich wünsche dir eine gute Woche. L.G. Martina

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  9. Anhora schreibt:

    Ich möchte mich auf jeden Fall einreihen in die Schar der Winnetou-Bewunderinnen. Hah hab ja noch niemanden getroffen, der das öffentlich zugibt, aber ich stehe dazu. Zu den nachfolgenden, offenbar ähnlichen Filmhelden kann ich zwar nichts sagen, da ich nicht so viele Filme gucke, aber tatsächlich geht es mir auch so, dass ich ähnlich aussehende Männer heute noch attraktiv finde. Ich möchte sogar noch weitergehen und behaupten, dass Winnetou mich geprägt hat: Sein Gerechtigkeitssinn und sein Stolz, die Art, wie er Freundschaften pflegt und dass er genau überlegt, was er tut, ohne dass jeder andere wissen muss, warum er etwas tut – ich muss sagen, so könnte man auch mich beschreiben. Habe ich noch nie drüber nachgedacht. Danke für den Impuls! 🙂

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    • suzy schreibt:

      Ich glaube schon, dass das Wertesystem, das damals z.B. bei Winnetou vermittelt wurde uns bis heute geprägt hat, da hast Du völlig recht. Nicht nur die Person, sondern auch alles wofür er eingestanden ist. Die alten FIlme sind heute zwar ein bisschen kitschig aber die Botschaft wird in modernen Filmen nur neu verpackt.

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      • Anhora schreibt:

        Die Geschichte von Gut und Böse ist immer die Gleiche, aber die Verpackung ist heute viel spektakulärer, und man wird aus vielmehr Quellen damit bombardiert. In meiner Jugend gab es Wildwest-Filme und -bücher, und Winnetou war das Beste. Das prägte sich wohl tiefer ein als die moderne Vielfalt.

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        • suzy schreibt:

          Es gab damals ja auch noch nicht so viele Sendungen und Medien. Und die paar Spielfilme die es gab (und die uns fasziniert haben) konnten sich viel tiefer einprägen als das heute noch möglich ist. Heute bombardieren uns die Filmemacher mit Blockbustern – rein ins Kino, raus aus dem Kino – leider! Nur wenige bleiben in Erinnerung. Die Zeiten sind lange vorbei wo ein Film 50 Wochen im Kino lief 😦 Heute bin ich schon froh, wenn ich manche Filme noch zu sehen bekomme.

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          • Anhora schreibt:

            Ich muss mal meine Kinder fragen, was sie aus ihrer Kindheit als prägend in Erinnerung haben. Vielleicht haben sie trotz der Medienfülle genauso einige wenige Highlights, weil sie schon früh starke Filter entwickelten und das Zuviel einfach nicht „hereinließen“.
            Solche Filter fehlen mir, ich muss gezielt gegen die Reizflut ankämpfen. Vielleicht kann man sowas nur als sehr junger Mensch lernen?

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