Urban Grimshaw Teil 1, Part 1 – Lesen, schreiben, rechnen / literacy and numeracy

English version below….
Dank Herba, durch ihre Infos angeregt, lese ich seit dem Wochenende das Buch „Urban Grimshaw and the Shed Crew“. Herzlichen Dank Herba!

Fertig bin ich noch lange nicht, das ist kein Buch, das man konsumiert und runterliest wie einen Krimi. Bei diesem Buch lese ich manche Stellen zweimal, einige Wörter muss ich nachschlagen, manche finden sich nicht im Wörterbuch. Vielleicht ist es auch gut, dass ich nicht alles verstehe. In diesem Buch sind es die vielen Details, die mich Luft holen lassen, über die ich erst nachdenken muss, die man verarbeiten muss…..
Sehr intensiv hat mich das Wochenende über beschäftigt, dass Urban mit seinen 12 Jahren nicht lesen, rechnen und schreiben kann, keine Landkarte erkennt. Mein erster Gedanke war, gibt es keine Schulpflicht in England? Aber auch wenn es sie gibt ist Urban und viele andere Kinder auch, in den 80ern durchgerutscht. Wie ist es dort heute?
Bei uns gibt es die Schulpflicht, aber mit inzwischen 10 Jahren intensiver Schulerfahrung, finde ich das deutsche Bildungssystem ziemlich erschreckend. Sätze wie: „Wir lassen kein Kind zurück“ stehen nur auf dem Papier, die Realität ist durch Lehrermangel, 30 Kindern pro Klasse und fehlende Unterstützung geprägt. Auch heute noch verlassen bei uns Kinder nach 9 Jahren die Schule ohne ausreichend lesen und schreiben zu können, oder so unzureichend, dass sie als Analphabeten gelten.
Ein Artikel dazu findet sich bspw bei: www.sueddeutsche.de

Es ist ja nicht so, dass dann lediglich ein oder zwei Lehrer versagt haben. Die Kinder lernen in der 3. und 4. Klasse Aufsätze zu schreiben, sie sollten flüssig lesen können, da sie dies als Voraussetzung für die weiterführenden Schulen brauchen. Danach folgen noch einmal 5 Jahre mindestens in der Hauptschule. Nicht lesen, schreiben und rechnen zu können bedeutet somit, dass sich über mindesten 6 bis 7 Jahre keiner der verantwortlichen Lehrer darum gekümmert hat, ob ein Kind diese Grundlagen gelernt hat oder nicht. Persönlich habe ich zum Glück sehr viele engagierte Lehrer erlebt! In der Grundschule hatten wir eine von der Lehrerin initiierte Müttergruppe die zweimal pro Woche mit problematischen Kindern, lesen, schreiben und rechnen geübt hat. Aus dieser Klasse ist kein Kind entlassen worden ohne lesen und schreiben zu können. Ich habe Lehrer und Rektoren erlebt, die immer für ein Gespräch zur Verfügung stehen, die Unterstützung anbieten, nur leider ziehen pubertierende Kinder da nicht immer mit – aber das steht auf einem anderen Blatt.
In unserer Wohlstandsgesellschaft müsste es doch eigentlich möglich sein, dass kein Kind mehr die Schule verlässt ohne mindestens lesen, schreiben und rechnen zu können………… oder?

😎
Due to Herba´s inspiring blog, I read “Urban Grimshaw and The Shed Crew” since Saturday. I´m not ready yet, this is a book you can´t consume and read as a crime or thriller. Some passages I have to read for a second time, some words I looked up, some words I can´t find in the dictionary and sometimes it´s better for me not to find the word and the meaning….. (I know my English is confusing, but I can´t find better words, sorry 😦 ).
In this book, the details take my breath away, I have to reflect the situations and think about the life of the kids. Intensively the fact kept me occupied that 12 year old Urban can´t read, write and calculate. Isn´t there any right of education in England? But even if there is compulsory attendance, kids like Urban slipped through the system, like in Germany, too. Is there anybody who can tell us about these problems in GB today?
In Germany we have the right of education/compulsory attendance, but with more than 10 years of experience in schools, I´m disappointed with our school system. In reality we have the problems of shortage of teachers, 30 kids in one form and missing assistance. Also these days kids are leaving the school (after 9 years!) without the knowledge of reading, writing or calculation. This means more than 6 or 7 years of school education nobody looked for and has taken care of these children. Fortunately, I made my own experience with a lot of involved teachers! In primary school we had a group of women who came two times a week to school and practiced writing, reading and calculating with the kids. No kid left our school without an acceptable basic knowledge. In secondary school there is the problem with pubescent kids and also engaged teachers cannot help. But also we have the problem with rate of illiteracy like GB (?). 7,5 Millions of people in Germany cannot read and write sufficiently.
It´s really a shame, that there are as many children as Urban in our affluent society………. isn´t it?

Source of the pics: facebook

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3 Antworten zu Urban Grimshaw Teil 1, Part 1 – Lesen, schreiben, rechnen / literacy and numeracy

  1. kluettenrath schreibt:

    Auch in England gibt es eine Grundschule mit Schulpflicht, die Primary School.

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    • silverbluelining schreibt:

      Danke für die Info und die Rückmeldung!!! Wie sieht es tatsächlich heute dort aus? Gibt es auch so viele Kinder wie bei uns, die trotzdem durch das Schulsystem fallen und ohne Abschluss oder mit mangelhafter Bildung abgehen?
      Als wir letztes Jahr in Irland unterwegs waren kam im Radio ein Aktionstag über Kinder mit special needs, also Behinderung. Da kamen viele Eltern zu Wort, die sich mit ihren Problemen im Bezug auf das System, die Schule und die Lehrer allein gelassen fühlten………..

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  2. Pingback: Urban Grimshaw , the book Teil 2, part 2 …….. | silverbluelining

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