Das Schicksal ist ein mieser Verräter – der Film

Lange habe ich mit mir gehadert diesen Film tatsächlich anzuschauen, das Buch fand ich klasse, Krebs bei Kindern und Teenagern, ein brisantes Thema nicht schnulzig oder kitschig umgesetzt. Aber am Ende des Buches saß ich trotzdem mit einem Taschentuch da, dass es kein Happy End geben konnte war klar, alles andere wäre unglaubwürdig gewesen, ich hatte jedoch Angst mir die Geschichte in Bildern „anzutun“…..
Aber in einem unbedachten Augenblick hatte ich diesen Film auf die Leihliste meines Verleihers gesetzt und nun war er da, ich habe es nicht bereut ❤

Auch im Film wird dieses heftige, zutiefst traurige Thema erfrischend unsentimental und eigentlich nie kitschig umgesetzt. Zwei Teenager, Augustus, genannt Gus und Hazel, beide mit einer Krebserkrankung, lernen sich in einer Therapiegruppe kennen, es funkt in dem Moment in dem sie sich zum ersten Mal sehen – sie machen Witze über ihre Erkrankung, tauschen sich über Bücher und ihre Helden aus, nähern sich an und es kommt, wie es kommen muss, sie verlieben sich. Ich musste viel schmunzeln über die Wortspiele der Beiden und oft vergisst man als Zuschauer, dass dieser Film kein happy End nehmen kann. Das Warten auf einen Anruf, auf eine sms, die natürlich während des Abendessens kommt und unter dem Tisch beantwortet wird, der Spaß, den Hazel dabei hat, ironische und pointierte Dialoge zwischen Teenagern, die ein ganz normales Leben führen wollen. Witze, die Gus darüber macht, dass er eine der wenigen 18jährigen Jungfrauen ist, ein Picknick im Park, das peinliche Warten mit Hazels Vater im Wohnzimmer bis Hazel erscheint, Grabreden auf das gegenseitige Ableben, denn nach dem Tod wären diese ja verschenkt, Diskussionen wie Hazel ihren „Letzten Wunsch“ bei einer karitativen Organisation in einen Besuch in Disneyland verschenken konnte, wo sie doch einen holländischen Schriftsteller kennen lernen will……
Aber Gus hat seinen „letzten Wunsch“  makaber noch frei und arrangiert einen Besuch bei ihrem Lieblingsautoren in Holland.
Aber immer wieder kommt dann das Thema Krebs wieder hoch, Rückschläge bei Hazels Krebserkrankung, die die Reise fast verhindern. Hazel zieht sich zurück, bricht den Kontakt zu Gus ab um ihm nicht weh zu tun, bezeichnet sich selbst als Zeitbombe und sitzt doch da und wartet wie jede verliebte junge Frau auf seinen Anruf. Aber Gus lässt sich nicht abwimmeln und so findet die Reise nach Amsterdam statt. Und auch wenn dort eine riesige Enttäuschung auf Hazel wartet, verbringt sie hier nach einem romantischen Abendessen die erste Nacht mit ihrem Freund.

Die beiden Hauptdarsteller Shailene Woodley als Hazel  und Ansel Elgort als Gus machen ihre Sache großartig, Willem Dafoe als zynischer „Kotzbrocken“, sorry Schriftsteller ist wunderbar unsympathisch, die Eltern waren mit ein bißchen zu sympathisch glattgebügelt, aber das hat nicht gestört.
Sehr intensiv ist auch die Beziehung zu ihrem gemeinsamen Freund, der der von seiner Freundin verlassen wurde, weil sie seine Augen(Krebs)OP nicht mit mitansehen kann und deren Auto dann  Zielscheibe beim „ohne Augen Eier Weitwurf-Wettbewerb“ wird.

Filmstarts.de schreibt: „Denn selbst wenn es in anderen Werken zum Thema schon oft Versuche gab, das Leben in den Mittelpunkt zu rücken und nicht das Leiden, fühlte sich der Optimismus selten so natürlich an wie in dieser schmerzhaft-schönen Teenager-Romanze: ungeschminkt, aber nie voyeuristisch; hochemotional, aber nie sentimental; positiv, aber nie beschönigend. Hier kommt man trotz der auch sehr traurigen Geschichte mit einer ganz neuen Lust aufs Leben und Lieben aus dem dunklen Kinosaal“
…….dem kann ich mich nur anschließen…..

„So ist das mit dem Schmerz, er verlangt gefühlt zu werden!“ sagt Gus, ein passender Satz für diesen Film, denn hier wird gelebt, gefühlt, geweint und gestorben, so intensiv, dass es schmerzt. Und so saß ich auch diesmal wieder vor einem herzerwärmenden Film mit Taschentuch vor dem Fernseher, weil mir diese beiden Teenager ans Herz gewachsen sind und das Schicksal natürlich erbarmungslos zuschlägt 😉

„Das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert“ – Gus –

 

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