Wünsche / wishes

In der Rheinischen Post vom 31. Dezember, also passend zum Jahreswechsel, ist ein sehr interessantes Essay von Philipp Holstein erschienen, „Wunschlos unglücklich“ das ich wirklich interessant und gut fand.

Es geht um die Erfüllung unserer vielfältigen Wünsche. Der Verfasser sieht den Wunsch als Lebensantrieb, als Ouvertüre, die Erfüllung des Wunsches als Vollendung eines Bedürfnisses oder Begehrens und stellt die durchaus sinnige Schlussfolgerung auf, dass man in dem Moment in dem alle Wünsche erfüllt sind „arm dran ist“.
Und damit hat er sicherlich Recht!

Denn  Wünsche sind unser Lebensantrieb und wenn die alle erfüllt wären, wäre das Lebens einfach nur stinklangweilig.
Wer lebt schon gerne im Schlaraffenland in dem alle Wünsche wahr geworden sind?

Our newspaper Rheinische Post released a very interesting essay, December 31th, right to the end of the year, by Philip Holstein „Perfectly unhappy“, really interesting!

It is about the fulfillment of our diverse needs. The author sees our requests as an incentive, an overture, the fulfillment of a need or desire is the finish and he comes to the highly ingenious conclusion that in the moment, in which all requests are fulfilled „we´re in bad shape.“  And he is certainly right!
Because wishes are the drive, incentive of our lives and if  all our wishes are fulfilled, life would be really boring.
Who wants to live in paradise, all wishes come true?

Es ist davon auszugehen, dass er hier nicht die grundlegensten Bedürfnisse nach Nahrung, Gesundheit, Bildung meint, denn wer Hunger leiden muss kämpft um das tägliche Überleben und von Wünschen möchte ich hier nicht sprechen sondern von einem Grundrecht des Menschen, das leider nicht immer erfüllt ist.

Aber zurück zu den Wünschen von Menschen, die ihre Grundbedürfnisse größtenteils erfüllt haben.
Nach Holstein entstehen Wünsche durch den Abgrund zwischen Wirklichkeit und Vorstellung. Überbrücken kann man diesen Abgrund nur durch Wünsche, Sehnen und/oder Hoffnung. Im Schlaraffenland in dem alles Begehren gestillt ist, gäbe es somit auch keine Liebe, zumindest keine aufregende, sich zu Tode sehnende Liebe, Herzschmerz, eine Liebe, die einen voll erwischt und umhaut…. sprich die, die wir alle gerne hätten, aber die Wenigsten von uns tatsächlich haben.

Er führt Sisyphos als Beispiel an, was dieser wohl getan hätte wenn er den Stein nach oben gebracht hätte? Er wäre ein Mensch ohne Zukunft und Visionen geworden, eine unvorstellbar schreckliche Vorstellung 😉 !

It is assumed that he doesn´t speak about the most basic needs for food, health, education, people suffering from hunger must fight for their daily survival, no “wishes” – these are fundamental human rights, which are unfortunately not always fulfilled for everybody.
But back to the wishes of people who have fulfilled their basic needs.
Hostein says, desires are caused by the gap between reality and imagination. Bridging the gap 0r abyss (?) you can only wish, ache and/or hope. In a paradise, where all desire is satisfied, you can´t find heard breaking love, no yearning to death love, beating love who knocks you down… the kind of love we all want to have, but only very few of us actually have.

He leads Sisyphus as an example, what would happen if he had brought the stone to the top? He would become a man without a future and visions, what an unimaginably horrible idea ;-)!

Wünsche zu haben ist somit lebenswichtig, der Wünschende gestaltet sein Leben neu und aktiv, auch wenn es nur in Gedanken sein sollte. So entstehen Kunst, Musik, Poesie, Geschichten, Literatur, so vieles das unser Leben bereichert 😉
Wünsche bedeuten Unruhe, Lebendig sein und Holstein stellt die durchaus nachvollziehbare Hypothese auf, dass man an den Wünschen eines Menschen ablesen kann, was für ein Mensch der Wünschende eigentlich ist, da Wünsche auch Ausdruck der Persönlichkeit sind und sie uns helfen mit uns ins Reine zu kommen, den Alltag zu bewältigen.
Er führt den großen Erfolg von Künstlern wie Udo Jürgens darauf zurück, dass dieser oft von unerfüllten Sehnsüchten gesungen hat, bspw. von der Reise nach New York.  Jeder von uns weiß wie gut es tut Musik zu hören, die vom gleichen Leid, Hoffen, Sehnen handelt und das eigene Empfinden wiederspiegelt.
In so vielen Liedern, wie dem von Udo Jürgens, klingt aber auch die Ahnung an, dass es in New York womöglich gar nicht so toll ist. New York ist nichts anderes als der Stein von Sisyphos, der nicht mehr herunterrollt. Sisyphos wäre nicht glücklich geworden in New York.

Der wichtigste Satz in diesem Artikel für mich war: „Das Begehren von etwas, das es wert ist, begehrt zu werden, aber in unerreichbarer Ferne liegt, kann mitunter ein Wert an sich sein“. Ja, das kann ich für  mich persönlich nur voll unterstreichen!!! ❤

To have desires is really important for our lives, somebody who has wishes is designing his/her live anew and active, even if it should be only in thoughts. This kind of living creates art, music, poetry, stories, literature – things that enriches our lives so much 😉

Wishes mean trouble, otherwise – to be alive and Holstein is hypothesizing that you can see from the needs and wishes of a person, what kind of person he or she is.
Because desires are unique and an expression of personality and they help us to cope with everyday life.
He attributes the success of artists such as Udo Jürgens (german pop singer, died in 2014) with the unfulfilled wishes of the people, his song above the never made trip to New York „I was never in NY“ represents a desire that a lot of people have and never can live. Each of us knows how good it feels to hear the concerns of the same suffering, hope, tendons and reflects in music or a poem.
But otherwise you can suppose, the idea of a trip to NY sounds great, but indeed, there is the guess that it´s not so terrific in NY. New York is nothing but the stone of Sisyphus, who did not roll down. Sisyphus would not have been happy in New York.
The most important sentence in this article was for me: „The desire of something that is worth to be desired, but is totally out of reach, then the desire could be a value in itself.“
Yes, I totally agree!!!

Träume schaffen Anreize, Träume bewegen vieles, wäre da nicht ein bestimmtes Theaterstück gewesen hätte ich London in 2014 wahrscheinlich nicht besucht, gäbe es einen bestimmten Schauspieler nicht, hätte ich nicht angefangen einen Blog zu schreiben und viele neue und interessante Menschen kennen gelernt. Wie so oft, ist der Weg das Ziel.

Holstein zitiert Johann Peter Hebel, der seinen Lesern folgenden Rat gibt: „Alle Gelegenheit, glücklich zu werden, hilft nichts, wer den Verstand nicht hat, sie zu benutzen.“

Also liebe Leser, benutzt Euren Verstand, Eure Wünsche und Träume – um auf dem Weg dahin glücklich zu werden! ❤

Dreams provide incentives, dreams and wishes can move a lot of things, I probably won´t visited London last year without a particular theatre play, I started writing a blog and met a lot of new and interesting people because I´m interested in an impressive actor. 😉
And as often, my journey is like the destination.

Holstein cited Johann Peter Hebel who gave his readers the following advice: You have to use your brains and take any opportunity to be happy.

So, dear reader, use your mind and be happy on the way to realize your dreams and wishes! ❤

Der komplette Artikel findet sich hier/you can find the complete article here: http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/wunschlos-ungluecklich-aid-1.4768814

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Wünsche / wishes

  1. Hariclea schreibt:

    toller Beitrag zum Jahresanfang! und ihr Beide habt total recht… sich was wunschen bringt Freude an sich 🙂 dafur war ich am Jahresende und bin zu Jahresanfang auch besonders dankbar, ich habe viele neue Wunsche und Traume 🙂 Danke auch fur den vollstandigen Artikel 🙂

    Gefällt mir

  2. Servetus schreibt:

    Udo Jürgens ist verstorben???

    Ich selber kämpfe sehr stark mit dieser Frage im Moment. Was heißt es, eigene Wünsche formulieren zu müssen, wo jetzt nicht mehr alle „angemessene“ Wünsche vom Berufsweg vorausgesetzt werden?

    Gefällt mir

    • suzy schreibt:

      Ja, Udo Jürgens hatte am 21. Dezember einen Herzinfarkt, war hier natürlich in allen Medien……. ein großer Entertainer, wollte in diesem Jahr noch eine Tournee machen ;-(
      Wünsche können etwas sehr positives sein, weil sie eine bestimmte Richtung vorgeben und ein Ziel sind, aber auch sehr gefährlich, wenn man sich zu sehr fokussiert.
      Beruflich muss ich sagen, habe ich einfach nur den Wunsch einen Job länger als 2 Jahre zu behalten, nachdem ich mir jetzt gerade wieder mal einen neuen Job suchen muss, das frustet ungemein…… ich hoffe, Dir geht es da besser!

      Gefällt mir

      • Servetus schreibt:

        ich hoffe auch, daß Du etwas längerfristiges findest!
        Udo war nicht unbedingt meine Stilrichtung in Musik, dennoch habe ich großen Respekt vor seiner Karriere.

        Gefällt mir

      • Hariclea schreibt:

        uuff war mir nicht klar das mit dem Job, drucke aber die Daumen, hoffe dass bald was passendes kommt! Ich verstehe dich total hatte auch so einen 2 Jahre Teufelskreis drauf und gerade juckete es wieder weil es nicht so toll lief aber ich habe mich wieder zurechtgeruckt weil ich nicht wieder suchen will, besser ube ich mich in Geduld.
        Wie gesagt sende alle guten vibes 🙂

        Und ja das war echt traurig mit Udo Jurgens habe ich auch zu Weihnachsten erfahren und wir haben uns Dokus im Fernsehen angesehen…

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s