Pride

Pride (2014) Poster    Pride2
Seitdem ich den Trailer für Pride im Kino gesehen hatte stand er auf meiner to-watch-Liste,  vor kurzem ist mir die DVD ins Haus geflattert und ich konnte ihn auf Deutsch und in der OV sehen! ❤
Offensichtlich haben Herba und ich parallel gekuckt, aber was solls….der Film hat eine doppelt gute Kritik verdient!

Pride feierte seine Premiere 2014 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes und gewann dort den Queer Palm Award, ich finde – zu recht!

Aber zur Story: Die britische Premierministerin Margaret Thatcher führt im Sommer 1984 einen erbitterten Kampf gegen die Gewerkschaft der Minenarbeiter, die gegen die Privatisierung und Schließung der Minen streiken. Diese bekommen Hilfe von einer völlig  unerwarteten Seite: Eine kleine Gruppe Homosexueller, angeführt von Buchhändler Mike (Joseph Gilgun) und dem Aktivisten Mark (Ben Schnetzer), beschließen nach einem Bericht im Fernsehen die Arbeiter zu unterstützen.

Since I saw the trailer for Pride in the cinema, it was on myto-watch‘ list, now the DVD  fluttered into my mailbox and I watched the movie in German and in the OV!
Pride released in 2014 at the International Film Festival in Cannes, where the movie won the Queer Palm Award, I think – rightly!

The Story: In the summer of 1984 British Prime Minister Margaret Thatcher is leading a bitter struggle against the union of the miners. They fight  against privatization and closure of the mines and are on strike. But they will get help from an unexpected side: A small group of gay young people, led by the bookseller Mike (Joe Gilgun) and the activist Mark (Ben Schnetzer), decide to support the workers after a report on the TV.


Bildquelle: offizielle Facebook-Seite

Sie gründen spontan die Initiative „Lesbians and Gays Support the Miners“ (LGSM) und sammeln auf der Straße Geld in bunten Eimern um die Streikkasse der Minenarbeiter zu unterstützen. Doch die Nationale Union der Minenarbeiter hegt die damals üblichen Vorurteile und keiner will das Geld haben.
Mehr oder minder durch Zufall, weil in dem walisischen Dörfchen Onllwyn/Dulais niemand weiß wer die LGSM sind, kommt aber dann doch noch der lokale Anführer der Streikenden Dai (Paddy Considine) nach London um das Geld abzuholen. Er ist von den jungen Leuten begeistert und läd sie spontan in das kleine Dörfchen ein um dort die Spenden persönlich zu übergeben – Konflike sind vorprogrammiert denn hier treffen zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten 😉

Spontaneously they start the initiative Lesbians and Gays Support the Miners(LGSM) and collect money in the streets of London in colorful buckets to support the strike fund of the miners. However, the National Union of Mine Workers is biased about the young people and no one wants to have the money.
More or less by chance, in the little Welsh village Onllwyn/Dulais no one knows the LGSM and they are glad about the money. The local leader of the strikers Dai (Paddy Considine) drives to London to pick up the money. He is inspired by the young people and invites them spontaneously to his village.  Conflicts are inevitablethese two worlds couldn´t  be more different….

Der Großteil der Dorfgemeinschaft nimmt die jungen Leute zurückhaltend aber gastfreundlich auf, allen voran der etwas wortkarge Cliff (Bill Nighy in gewohnt guter Bestform), die resolute Hefina (Imelda Staunton, kenne ich auch irgendwoher?) und die absolut liebenswerte Siân (Jessica Gunning), aber gerade bei der männlichen Bevölkerung sind die Vorurteile sehr ausgeprägt und sie sind sehr ablehnend.
Die erste Annäherung erfolgt, als die Londoner, basierend auf ihren eigenen schlechten Erfahrungen mit der Polizei, Tips geben können um einige junge Minenarbeiter aus dem Gefängnis zu holen.
Der Durchbruch aber gelingt Jonathan (Dominic West), der mit seinem auffälligen langen Schals einer der ältesten Vertreter der LGSM ist. Er zeigt den Walisern was echtes Disco-Feeling ist, beeidruckt die Frauen mit heißen Tanzfiguren (Walisische Männer tanzen ja nicht) und dreht so die Gesamtstimmung……..

The most of the miners received the young people kindly, especially the tight-lipped Cliff (Bill Nighy at his best), the resolute Hefina (Imelda Staunton, I also know her?) and the  wonderful and lovable Siân (Jessica Gunning), but especially the male miners are very reluctant and their prejudices are very strong.
But the young people can help the miners with their own bad experiences with the police and can give tips to get some young miners out of the prison.
The breakthrough accomplishes Jonathan (Dominic West), the conspicuous gay man with his long scarves one of the most representative of the LGSM. He shows the Welshreal disco feeling“ and impresses the women with his hot dancing, unfortunately Welsh men do not Dance and then the mood changes…..

Zwischen diesen so völlig unterschiedlichen Menschen entwickelt sich dann doch eine besondere Freundschaft, bis heute mit historischen Folgen – habe ich schon erwähnt, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt?
Pride ist eine bezaubernde Komödie mit bitterernstem Hintergrund, und greift die wahre Geschichte um die Verbrüderung von Minenarbeitern und Gay-Aktivisten auf. Die Geschichte verschweigt nicht die vielfältigen Probleme und den gesellschaftlichen, sozialen und politischen Zündstoff, der vielleicht nicht immer in der notwendigen Konsequenz dargestellt wird. Wenn bspw. der Familie von Dai Wasser und Strom abgestellt werden, wenn schlicht und ergreifend die Lebensmittel knapp werden oder der Bus der Minenarbeiter zusammenbricht und einfach kein Geld da ist, wird dies unspektakulär aber eindringlich erzählt.

A special friendship developed between these completely different people until now with historical consequences, did I mention that this is a true story?
Pride is a charming comedy with a serious background, takes up the true historical story of the brotherhood of miners and gay activists. The story does not conceal the multifaceted problems and the social and political explosive issues. The fact, that they turned off water and electricity in the house of Dai or the people are starving because the food is rare or the bus of the miners collapses – quite simply there is not enough money, the story tells these circumstances unspectacular but insistently.

Die Geschichte der Homosexuellen mit ihren beachtlichen Problemen in den 80er Jahren wird einfühlsam an den einzelnen Figuren erzählt:
Da ist der junge Joe (George MacKay), der aus einem konservativen Elternhaus stammt, sich in der Gruppe immer wohler fühlt und seine Rolle dort findet. Seiner Familie erzählt er jedoch, dass er auf einem Konditorenlehrgang war: „it was the best experience of my entire life“ woraufhin seine völlig verblüffte Mutter fragt: „Making pastry?“ Seine Freunde denken immer daran, dass er auch entsprechende Beweisstücke, sprich Gebäck 🙂 vom Lehrgang mit nach Hause bringt 🙂 Sehr emotional finde ich die Szene wo seine Mutter auf seinem Bett sitzt (natürlich kommt irgendwann alles heraus) und ihn fragt: ob er sein ganzes Leben lang (als Homosexueller) Geheimnisse haben möchte, sich einsam und ausgestoßen fühlen möchte?…. und man möchte sie schütteln und ihr sagen „Genauso fühlt er sich doch jetzt schon, weil er permanent versucht sich anzupassen….“. Ja, sie meint es nur gut mit ihm und ich kann sie verstehen, zur damaligen Zeit war ein coming out gesellschaftlich eine absolute Katastrophe.
Mike und Mark hatte ich sofort ins Herz geschlossen, beide engagieren und setzen sich für ihre Ziele ein und lassen sich auch nicht von den widrigsten Umständen abhalten.
Aber auch die Lesbe Steph (Faye Marsay) mit ihrer schnodderigen Art hat mir gut gefallen, wenn sie im fernen Wales, mit den älteren Frauen der Gemeinde den Kampf aktiviert, die Nacht mit den Damen in einer Schwulenbar durchfeiert oder sich – ganz harmlos – über vegane Küche austauscht. Als die waliser Damen bei den homosexuellen jungen Männern übernachten, allerlei Spielzeug und Porno-Heftchen mit interessantem Inhalt unterm Bett finden, lagen wir vor Lachen fast unterm Tisch!

The story of the gay with their considerable problems in the 80s is sensitively told with their individual characters:
There is young Joe (George MacKay), born in a conservative family home, he finds his role in the group of the gay. He tells his family as an excuse he was on a pastry course: „it was the best experience of my entire life“ whereupon his completely stunned mother asks, „Making pastry?“ His friends, always bought some pieces of evidence 🙂
There is a scene, his mother is sitting on his bed (of course everything comes out) asking him if he really wants to live his whole gay life having
secrets, feeling lonely and suspended? ….
and I want to shake her and tell her, „he feels like this by now, because he is gay and constantly tries to adapt himself ….“.
But I can understand her
, she means well, at that time in the 80´s, a coming out was an absolute disaster.
Mike and Mark, I love them from the very first moment, both committed, brave and not undeterred by adverse circumstances.
But I also like the lesbian Steph (Faye Marsay) with her brash behaviour, celebrating the night with the Welsh ladies in a gay bar or – quite harmless – discussing the secrets of vegan cuisine. Unforgettable the scene when the welsh women spend the night in the sleeping room of the gay young men and find all kinds of toys and porn booklets with interesting content under the bed, we had so much fun!

pride
screenshot bei: pridemovie

Gethin (Andrew Scott, den kennen wir doch aus Sherlock?), einziges Mitglied der Gruppe der tatsächlich aus Wales stammt, bleibt zunächst im Hintergrund, aber auch ihm gehören im Film berührende Momente, als er endlich den Mut aufbringt, sich nach 16 Jahren Funkstille seiner Mutter zu nähern.
Und auch Beleidigungen, körperliche Übergriffe, Schmierereien an der Hausfassade und AIDS sind Themen, der Zuschauer ahnt, dass es mindestens einen der jungen Leute treffen wird und dabei wurde mir das Herz schwer. Da diese Geschichte aber mit sehr viel Humor erzählt wird, der sehr vielschichtig und nie daneben ist, sitzt man mit einem lachenden und einem (fast) weinenden Auge vor dem Fernseher.

Einer der beeindruckensten Momente des Films ist historisch belegt. Nachdem die britische Boulevardpresse, genauer gesagt die Sun die Freundschaft der Minen-Arbeiter und Gay-Aktivisten mit der Schlagzeile „Perverts support the pits“ („Perverse unterstützen die Grubenarbeiter“) ins Lächerliche zieht, wird kurzerhand beschlossen, dass man sich die Beschimpfungen einfach selbst aneignen muss: „When someone calls you a name, you take it and you own it!“ Und dies initiiert das Benefizkonzert „Pits and Perverts“ für Homosexuelle und Nicht-Homosexuelle. Dort trat u.a. die 80er Jahre Synthie-Band Bronski Beat auf und sie liefert auch im Film einen Beitrag zum wunderbaren Soundtrack.

Gethin (Andrew Scott, Sherlock!), the only member of the group who came from Wales, initially remains in the background, but he becomes his touching moment when he finally finds the courage to approach his mother, after 16 years of silence.
And also defamations, physical assaults, graffiti on the building façade and AIDS are issues of the movie. But this story is told with much humor, complex and never wrong, I sat with mixed feelings in front of my TV – laughing and crying.

One of the most impressive moments of the film is historically documented. The yellow press, or more precisely, the Sun, wants to ridicule the brotherhood of mine workers and gay activists with their headline „Perverts support the pits“. The group decides to acquire the slander: „When someone calls you a name, you take it and you own it!“ And that incident initiates the benefit concert „pits and Perverts“ for gay and straight people. Bronski Beat was one of the highlights of the concert and supplied songs to the great  soundtrack.

Aber auch die politische Orientierung innerhalb der Gewerkschaft spielt im Film eine Rolle, wenn bspw. bei einem Treffen der walisischen „Union“, eine einzelne junge Frau (Bronwe Lewis) aufsteht und den Protestsong „Bread and Roses“ anstimmt, ist das sehr ergreifend: „There is power in a union!“
At the union meeting there is a touching moment when a young woman (Bronwe Lewis) stood up sing her impressive song „Bread and Roses“ – „There is power in a union!“

Die letzte Szene ist unglaublich beeindruckend, aber mehr wird hier nicht verraten und beim Abspann stiegen mir dann doch die Tränen in die Augen weil AIDS natürlich einen meiner Lieblingsakteuere viel zu früh aus dem Leben genommen hat…..

Großartiger und beeindruckender Film mit tollen Landschaftsaufnahmen (hatte ich das schon erwähnt?), der mir (ganz subjektiv) wunderbar gefallen hat!

The last scene in London is incredibly impressive, I had tears in my eyes… but no spoilers now 🙂
It´s such a pity that AIDS killed one of my most favourite protagonists ;-(
Great and impressive movie, with wonderful landscape shots – love it! ❤

Trailer deutsch:

Trailer english:

In diesem Film gibt es ganz viel Musik die typisch für die Zeit und für das Umfeld ist: Boy George, Phil Collins, Frankie goes to Hollywood oder Dead or alive sind zu hören….
und weils so schön ist:
There is a lot of music in this movie, typical of the 80s: Boy George, Phil Collins, Frankie goes to Hollywood, Dead or alive and because this music is so great:

Infos und Quellen:
http://www.pridemovie.co.uk/
http://de.wikipedia.org/wiki/Pride_(Film)
http://www.filmstarts.de/kritiken/228499/kritik.html
https://www.facebook.com/Pride.DerFilm?fref=ts

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter DVD, Filme und Serien, Kino abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Pride

  1. schauwerte schreibt:

    Und der tanzende Dominic West allein lohnt diesen ilm zu sehen! 😉

    Gefällt 1 Person

  2. Servetus schreibt:

    Looks like a great film.

    Gefällt mir

  3. Herba schreibt:

    Das war wirklich nach dem Motto: Zwei Dumme, ein Gedanke 😉
    Wirklich ein toller Film!
    Staunton könntest Du aus Harry Potter kennen? Oder aus Sinn und Sinnlickeit? Oder aus Shakespeare in Love?

    Gefällt mir

  4. Hariclea schreibt:

    ja, ein richtig toller Film, umso mehr ebeindruckend da er wirkliche Ereignisse darstellt 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s