Der große Trip – Wild

Der große Trip - Wild (2014) Poster
Im Sommer 1995 entschließt sich Cheryl Strayed, den Pacific Crest Trail von Kalifornien bis nach Oregon zu wandern. 1.800 Kilometer, drei Monate lang – ein Wahnsinnsakt, der von Anfang an zu scheitern droht. Den riesigen und überschweren Rucksack kann sie kaum tragen, geschweige denn mit ihm auf den Beinen bleiben, bei dieser Szene muss man als Zuschauer einfach nur schmunzeln und ahnt was noch kommt. Denn so geht es weiter, eine im Wandern gänzlich unerfahrene Frau macht sich auf den Weg, das Zelt hat sie zuvor nie aufgebaut und leider hat sie die falsche Kartusche für den Kocher gekauft, so dass sie tagelang kalte Hafergrütze und Nüsse essen muss 🙂
Doch obwohl Cheryl auf ihrer Reise immer wieder durch das Wetter, schmerzende und blutige Füße, den Hunger und ihre gänzlich fehlende Wandererfahrung ‚behindert‘ wird
ist sie dennoch entschlossen, den kompletten Weg zu laufen. Denn sie versucht die inneren Dämonen loszuwerden, die vielen Fehler, die sie in ihrem Leben gemacht hat aufzuarbeiten, die Verluste zu ertragen. 

Oft merkt man ihr den Wunsch an, einfach aufzugeben, wenn die Füße blutig gelaufen sind weil die Schuhe zu klein gekauft wurden, die dringend benötigte Wasserstelle leer ist. Aber sie hält durch, allen Widrigkeiten zum Trotz – eine bewundernswerte Frau!

Regisseur Jean-Marc Vallée erzählt eine wahre Geschichte, Cheryl Strayed veröffentlichte 2012 ihren autobiographischen Bestseller, „Der große Trip“, ein Drama mit komischen Elementen und immer wieder überraschenden Wendungen…..
Cheryls Erlebnisse werden in der Form von schnellen Rückblenden erzählt, es wird dokumentiert was Cheryl dazu gebracht hat sich auf diese Wanderung zu begeben: Der Vater, ein gewalttätiger Alkoholiker, die Mutter (Laura Dern) die in dem Moment als sie das Leben für sich entdeckt hat, viel zu früh an Kreb gestorben ist, der Bruder, der mit dieser Situation nicht umgehen kann – die Folge war eine Flucht in Drogen und Seitensprünge, die auch ihre Ehe scheitern lassen.
Und doch steht ihr Exmann zu ihr, unterstützt sie und ist der Einzige, der ihr Care-Pakete schickt und ihre Reise in seinen Briefen mit „verfolgt“.

Der Film reflektiert die Reise dieser Aufarbeitung und Selbstfindung die Cheryl durchlebt und nimmt die Zuschauer mit, in den großartigen Bildern der Landschaft, die sie durchwandert.
Reese Witherspoon, die sich die Filmrechte noch 3 Monate vor Erscheinen sicherte, liefert – wie ich finde – eine beeindruckende Leistung ab, sie verkörpert eine gebrochene aber auch starke Frau, die sich mit dieser Form der Seelenbefreiung in der Natur ihr Leben zurück erobert. Sie ist der Meinung, dass es in Hollywood zu wenig Filme mit realistischen Frauenfiguren gibt und die Verkörperung dieser Rolle war ihr sehr wichtig. Die Rolle verlangte ihr einiges ab, nicht nur die freizügigen Sexszenen sondern auch den 31 Kilo schweren Rucksack bis zu zehnmal den Berg rauf und runter zu schleppen……. 🙂

„Der große Trip“ ist kein großes Blockbusterkino, aber eine tolle Erzählung über eine Frau die sich selbst neu gefunden hat.

Trailer deutsch:

Und dieser wunderbare Song wird immer wieder angespielt:

Mehr Info:
http://www.zeit.de/kultur/film/2015-01/der-grosse-trip
http://www.kino.de/kinofilm/der-grosse-trip-wild/151670

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Dieser Beitrag wurde unter DVD, Filme und Serien, Kino, Schauspieler/in abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Der große Trip – Wild

  1. ginadieuarmstark schreibt:

    Ich liebe diesen Song auch! Aber im Film ging er mir ein bisschen auf den Keks 😀

    Reese hat wirklich großartig gespielt, sie sollte öfter solche Rollen annehmen.

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    • suzy schreibt:

      Annehmen ist vielleicht nicht das richtige Wort 🙂 , sie hat sich extra die Rechte an dem Film gesichert und ihn produziert, damit sie die Rolle spielen konnte 🙂

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  2. Guylty schreibt:

    Wunderbar, wieder mal ein toller Tipp. Erinnert mich ein bisschen an die tragische Geschichte von Christopher McCandless, die vor ein paar Jahren verfilmt wurde. Endet nicht happy, aber auch sehr eindringlich.

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  3. Martina Ramsauer schreibt:

    Ich habe unlängst, so scheint mir, einen ähnlichen Film gesehen – SPUREN/TRACKS mit Mia Wasikowska und nach dem Bestseller von Robyn Davidson). Der Film handelt von einer jungen Frau, die mit ihren Kamelen und dem Hund durch die australische Wüste wandert, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Vielen Dank für den Tipp, liebe Suzy:)

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    • suzy schreibt:

      Den habe ich noch nicht gesehen aber auf meiner Leihliste, die Kritiken für diesen Film waren ja auch hervorragend! Diese Selbstfindungstrips sind wohl gerade „in“ aber wenn gute Filme dabei herauskommen, gerne!

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  4. Herba schreibt:

    Klingt sehenswert, danke für den Tipp!

    Gefällt 1 Person

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