Frauen und Kleider – Woman in clothes

Mehr aus Zufall bin ich über das Buch „Frauen und Kleider! Was wir tragen, was wir sind“ von den Autorinnen Leanne Shapton, Sheila Heti, Heidi Julavits und 561 weiteren Damen gestolpert.

By chance I found the book „Woman in clothes – we are, what we wear“ from the authors Leanne Shapton, Sheila Heti, Heidi Julavits and 561 other women.

Ich habe es einer Freundin zum Geburtstag geschenkt, die ein großes Interesse an Kleidern hat, sie ist Schneiderin 🙂 Vor langem schon hatte ich eine Kritik gelesen, als potentielles Geschenk abgespeichert, es dann kürzlich bestellt und einen kurzen Blick reingeworfen, der viel länger wurde als geplant…. 🙂

I gave it to a friend on her birthday, she is very interesting in clothes, she is a seamstress 🙂 I have already read a review of the book, stored as a potential gift, then recently appointed and I had a first look in the book, much longer than planned.

Die Herausgeberinnen haben 561 Frauen, darunter berühmte Stars wie Lena Dunham („girls“), die Musikerin Kim Gordon von Sonic Youth oder die Künstlerin Cindy Sherman, ganz viele Fragen zugeschickt oder an Bahnstationen auf Zetteln verteilt, wie bspw. „Wann fühlst du dich am attraktivsten?“ oder „Verfolgst du mit der Art und Weise, wie du dich anziehst, ein politisches Ziel?“ und lustige, interessante, traurige, nachdenklich machende Antworten zurück erhalten. Warum tragen wir bevorzugt den übergroßen Mantel? Warum immer gestreifte T-Shirts, warum das gleiche alte Hemd?
Welchen Einfluss haben Freundinnen, verflossene Lieben und die jeweiligen Partner,
die Prägung durch die Mutter, auf unsere Art uns anzuziehen?
Warum schauen wir uns auf der Straße nach anderen Frauen und weniger nach Männern um? Weil andere Frauen Geschichten erzählen, mit ihrer Bekleidung, ihrem Make-up, ihrem Stil etwas zu tragen. Männer oder die Wirkung von Outfits auf sie kommen erstaunlicherweise (oder vielleicht auch nicht) so gut wie gar nicht in diesem Buch vor.

The editors have interviewed 561 women, including famous stars like Lena Dunham („Girls“), the musician Kim Gordon of ‚Sonic Youth‘ or the artist Cindy Sherman. They sent them a lot of questions or distributed the questions at stations on slips of paper, like  „When do you feel most attractive? “ or „Do you follow a political objective with the fashion of wearing your dress?“ And they got back funny, interesting, sad answers which makes pensive. Why do we prefer the oversized coat? Why are we choose always the striped shirts or the same old shirt?
What influence have our girlfriends, bygone lovers and the respective partner,
the imprint of our mothers, in our own way to attract us?
On the road, why do we look after other women and less for men? Because other women can tell stories with her clothing, her makeup, her style to wear something. Surprisingly men and their effects of our clothing are not involved in this book.

Es gibt viele Bilder in diesem Buch,  Unterwäsche, Strümpfe, Ketten, von Schuhen und von Händen……. Die Frauen sollten ihre Hände fotokopieren und die Geschichte ihrer Ringe erzählen.

There are many pictures in this book, underwear, socks, chains, shoes and hands ……. Women should photocopy their hands and tell the story of their rings.

IMG_2817Es werden Geschichten von geschenkten Kleidern erzählt die entweder besonders viel Glück bringen wenn sie getragen werden oder gar nicht getragen werden, da sie zu sehr an eine andere Frau erinnern, die in diesem Kleid besser aussah als man selbst 🙂
Aber auch Bilder aus vergangenen Zeiten tauchen hier auf, die Frauen wurden aufgefordert Bilder ihrer Mütter einzuschicken, als diese noch keine Kinder hatten. Die Frauen sollten ihre Mütter beschreiben……liebevoll und einzigartig!

There are stories of donated clothes which bring luck, or the stories of dresses they have not been worn, too reminiscent of another woman who looked better in this dress than oneself 🙂
You can find images of the past in this book, the women were asked to send in pictures of their mothers, before they had children. The women should describe their mothers …… lovingly and unique!

IMG_2819Für die Autorinnen ist ‚Stil‘ eine Art zur Welt zu sprechen. Stil ist nicht nur das was man trägt, sondern auch die Art wie man es trägt. Offenbart wird in diesem Buch die Persönlichkeit der erzählenden Frauen, über ihre Kleidungsstücke, Ringe, die Kleiderordnung auf ihrem Schlafzimmerfussboden, den UnterwäscheStil – Frauen wollen mit ihren Kleidern etwas ausdrücken, etwas erzählen. Jedes Kleidungsstück über das berichtet wird beinhaltet eine Erinnerung, hat eine Bedeutung, unterstützt und beschreibt die Persönlichkeit der Frau die es trägt.
Berührend ist die Schilderung der Näherin Reba Sikder, die in Bangladesch Kleider anfertigt und in der eingestürzten Textilfabrik in Dhaka gearbeitet hat, oder einer Türkin die nur schwarz trägt aus Prostest gegen die Regierung 😦

From the point of the authors style‘ is a way to speak the world. Style is not only defined in ‚what‘ you wear, but also the ‚way‘ you wear it. The personality of the narrative women is revealed in this book,  about their garments, rings, the dress code on her bedroom floor, the style of their underwear women want to express something with her clothes, they have to say something. Each garment includes a memory with a special meaning, supported and describes the personality of the woman who wears it.
Very touching is the portrayal of the seamstress Reba Sikder, she is making clothes in Bangladesh and has worked in the collapsed textile factory in Dhaka, or a Turkish woman, she is wearing only black clothes in prostest against the government 😦

Die Garderobe der Autorin Leanne Shaptons findet sich ebenfalls in diesem Buch, die Sammlung ihrer weißen Hosen, oder die Geschichte eines Isabel-Marant-Kleides, das sie an einer anderen Frau sah und nachkaufte, nur um dann fest zu stellen, dass es an der anderen Frau viel besser aussah…… Es gibt auch eine Landkarte ihrer auf dem Zimmerboden verteilten Klamotten, als sie einmal versuchte, das richtige Outfit für eine Veranstaltung zu finden.

You can also find the wardrobe of the author Leanne Shaptons in this bookthe collection of her white pants, or the story of her IsabelMarant dressanother woman wore the dress and she bought it, but the other woman looked much better with this dress …… There is also a map of their distributed clothes on the room floor, at the moment she tried to find the right outfit for an event.

Interessant fand ich auch die Bilder zum Kleidertausch. Die Frauen liehen sich untereinander ihre Lieblingskleider. Bei einem smaragdgrünen Etuikleid fand ich den Unterschied besonders krass. Völlig unabhängig von der Figur der Frau die es gerade getragen hat, vermittelte es bei jeder der Damen eine völlig unterschiedliche Wirkung. An einigen hing es wie ein Sack am Körper, bei anderen Frauen hatte es ‚Wirkung‘ – in ganz unterschiedlichen Richtungen, auch bei einer Dame mit Rundungen 🙂

Very interesting, the pictures of the clothing-share project. The women shared their favorite clothes. I picked out an emerald green sheath dress – the differences were very conspicuous. Completely unattached by the physique of the woman, a completely different effect in each of the ladies was conveyed. The dress hung like a bag/sac on the body, or it had an effect‘ in different directions, even when a lady with curves wore the dress 🙂

 Mode hat was zu erzählen: Kleider-Kombinationen von Tania van Spyks, einer der 561 Mitautorinnen

A propos Farben……
Schwarz wird oft als Blaupause gesehen um die Aufmerksamkeit auf ein interessantes Detail zu lenken. Aber nach Ansicht der Autorinnen sollte schwarz als ein eigenständiger Look betrachtet werden. Schwarz ist die Uniform der New Yorker, der Goths, der gemeinsame Nenner der Intellektuellen und Nullbock-Teenagern 🙂
Es kann sehr sexy (Angelina Jolie bei der Oskarverleihung 2012) oder rotzig (Lorde) getragen werden….
Weiß sollte man als Spitze tragen oder als feinstes Leder, als jungfräuliche Seinfeld-Sneakers, v.a als Accessoire.
Grau wurde für schöne Pullover und hässliche Jogginghosen gemacht und beschreibt damit die Adjektive produktiv-faul 😎 Lol!
Rot ist die Farbe der Macht und am besten verkörptert sie nach Auffassung der Autorinnen Taylor Swift 🙂
Blau ist das konzeptionelle Gegenteil von Rot. Es verkörpert Himmel, Wasser und Joni Mitchell, die Hippies, Beyoncé. Insgesamt ist Blau okay, es schafft aber nach Meinungen der Autorinnen nie die Lieblingsfarbe zu bleiben wenn man älter als 9 Jahre ist…..
das ist wohl Ansichtssache 🙂
Grün wird zunächst mit lauter ekligen Dingen belegt, die ich hier nicht wieder geben möchte. Allerdings ist grün auch die Farbe des Smaragdes und von Tippi-Hendren in den Vögeln von Hitchcock. Und somit DIE Farbe, die eine Schauspielerin im Film tragen sollte um fast automatisch eine Oscarnominierung zu erhalten. Warum? Weil sie sich der Herausforderung einer so vielschichtigen Rolle gestellt hat 😉
Gold macht v.a. Spaß als Anorak oder im Denver Clan, in der Disco und bei den Illuminati.
Silber kann nobel wirken macht aber am meisten Spaß in Form einer Ansammlung von Pailletten……
Alle weiteren Farben findet Ihr im Buch ❤

Oh yes, and now the colours ……
Black is often seen as a blueprint to draw attention to an interesting detail. But the writers think black should have seen as an independent look. Black is the uniform of the New Yorkers, the Goths, the denominator of the intellectuals and apathetic teenagers 🙂
It can be worn very sexy (Angelina Jolie at the Oscars 2012) or snotty (Lorde) ….
White should be worn in the form of lace  or as the finest leather, as virginal Seinfeld sneakers, mainly as an accessory.
Grey was made for beautiful sweaters and ugly sweatpants and describes the adjectives productive-lazy 😎 Lol!
Red is the color of power and most of the authors thought Taylor Swift is
the woman for this colour 🙂
Blue is the conceptual opposite of red. It embodies the sky, water and Joni Mitchell, the hippies, Beyoncé. Blue is okay, but by the opinion of the authors it is the favorite color of people not older than 9 years …..
that is probably a matter of opinion 🙂

Green is occupied by a lot of nasty things I do not want to show here. However, green is the color of the emerald and also of Tippi Hendren in the ‚birds‘ of Hitchcock. Every actress should wear this colour in a film to obtain almost automatically the Oscar nomination. Why? Because she has taken up the challenge of such a multi-faceted role 😉
Gold makes fun as an anorak/parka or in Denver Clan, the disco and the Illuminati.
Silver can act classy or noble but you will have the most fun in the form of a collection of sequins ……
All other colors can be found in the book ❤

IMG_2818Nach der Lektüre dieses Buches werdet Ihr den Inhalt Eures Kleiderschrankes mit neuen Augen sehen und Euch ggf. bei der morgendlichen Auswahl andere Gedanken machen als bisher ❤

After reading this book you will see your wardrobe with ’new‘ eyes and choose your clothes with other ideas than before  <3

Eine Leseprobe gibt es hier: http://www.fischerverlage.de/4.pdf

Die Originalausgabe erschien 2014 unter dem Titel „Women in clothes“, im Mai 2015 wurde es in Deutschland veröffentlicht.
http://www.fischerverlage.de/buch/frauen_und_kleider

 

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13 Antworten zu Frauen und Kleider – Woman in clothes

  1. Guylty schreibt:

    Wieder mal eine interessante Empfehlung von dir. Nun würde ich ja gerne mal hören, was du so als interessantes Kleidungsstück mit Geschichte vorzuweisen hättest? Oder wäre doch mal eine Umfrage unter deinen Leserinnen wert – an welchem Kleidungsstück hängst du/kannst du dich nicht trennen, und warum. Ich z.B. würde das hier beitragen: Vor mittlerweile 23 Jahren kaufte ich mir während meines Auslandsaufenthaltes in Dublin ein Nachthemd – so eher im Opa-Hemd-Look, mit klassischem rotem Schottenkaro, also fast schon gar nicht wie ein Nachthemd aussehend. Ich habs geliebt und oft getragen, und als ich dann 6 Jahre später schwanger war, fiel meine Wahl auf dieses Kleidungsstück, als die Hebamme im Vorbereitungskurs sagte, man solle zur Geburt ein bequemes, weites, angenehmes Hemd anziehen, in dem man sich wohlfühlen. In meinem Karohemd sind meine beiden Kinder geboren. Und ich hab es heute noch und ziehe es immer noch zum Schlafen an – und erinnere mich daran, welche „weltbewegenden“ Ereignisse dieses Hemd schon gesehen hat 😉

    Gefällt 4 Personen

    • suzy schreibt:

      Das wirst Du dieses Hemd auch bestimmt niemals hergeben! Um genau solche Geschichten geht es hier – glaube ich, denn ganz gelesen habe ich das Buch nicht, nur quergelesen, da ich es ja verschenkt habe.
      Mein interessantestes Kleidungsstück? Keine Ahnung! Das Kleidungsstück das ich bestimmt am längsten habe ist ein Marc´O Polo Sweatshirt in dunkelblau. So eines hatte damals der junge Mann für den ich mit 15 geschwärmt habe. Es war mein erstes Marc´O Polo Sweat und ich glaube das teuerste, das ich bis dahin je gekauft hatte 🙂 Ich habe es heute noch, es ist ein bisschen ausgewaschen aber sonst tadellos und ich ziehe es zum joggen an.

      Gefällt 3 Personen

      • Guylty schreibt:

        Was dann mal wieder beweist, dass so teure Klamotten eigentlich billig sind. Zähl mal die Jahre, die du aus dem Teil rausgeholt hast. Und das Ding ist immer noch nicht aus der Form. Jaja, es heißt ja auch „bei Aldi kaufen ist mir zu teuer“…

        Gefällt 2 Personen

    • suzy schreibt:

      Da hast Du recht, auf die Jahre gerechnet war es superbillig. Heute kosten die Dinger das in € was sie damals in DM gekostet haben……
      Wo Du gerade von Deinen Kids schreibst, ich habe noch die ersten Strampler meiner beiden Jungs…… die sind in der „Erinnerungskiste“ ❤

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  2. Esther schreibt:

    Hmm… hört sich sehr interessant an! Auch für jemand, der nicht so Mode-bewusst ist wie ich! Jeder hat doch ein bestimmtes Verhältnis zu Kleidung, und vor allem hört sich interessant an diesem Buch.

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  3. Die Poe schreibt:

    Das klingt richtig interessant. Danke für den Tipp!

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  4. Hariclea schreibt:

    wunderschon!! ich bereu es immer noch dass ich irgendwie nich ins VA rechtzeitg gekommen bin, muss sehen ob die Schuhausstellung noch immer da ist 🙂 aber ich liebe Kleider und Schuhe usw, auch weil meine Oma Schneiderin war, auch wenn man sich es nicht leisten kann mag ich gern anschauen 🙂

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    • suzy schreibt:

      Och ich finde schöne Mode muss nicht teuer sein. Es gibt tolle Mode von unbekannten Designern die bezahlbar ist. Gibt es da nicht auch viel in London? Bist Du ein Schuhfreak? Es gibt so tolle Schuhe!!!! Aber ich kann sie nicht tragen, zu große und zu platte Füsse 😦

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  5. dougstuber schreibt:

    Bright eyes dig up a question from generations ago:
    You want to know why the wind blew us
    Together, how our sons will grow, when we will
    Meet again, where will we be as one again?
    Training gives you the desire to examine cause and
    Effect. Experiences about as wide apart as possible
    Come at us, yet we harmonize, learn each other’s secrets,
    Give what we know the other will love, provide
    Sanctuary in a world spinning out of control for so
    Many. This I offer to distinguish myself from regular
    Men, be they handsome or young: a complete heart
    With continued support, undying gratitude, massage
    Therapy, attempts at cooking, quite a way with words.
    I expect you to smile when we chat, remain a solid
    Force, a muse for my art, the reason I will always
    Yearn for more, forever the target of happy life,
    Memories (plans?) and a fresh heart, made whole
    By the time we spent sincerely swirled, sufficiently
    Molded to continually receive jolts of good news,
    Connected forever by this love, complex, alive, strong.

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