FlĂŒchtlingshilfe – Organisation đŸ˜‰

Servetus was so kind and made the translation for me ❀ BIG HUG!!!! You will find it at the End and in the comments 🙂

Nach unserem Kurzurlaub in Freiburg gibt es viele Neuigkeiten aus dem FlĂŒchtlingsheim in unserem Stadtteil……

Schon beim anradeln zum Haus habe ich die Kinder gesehen, die im Hof Fußball spielen. 🙂
Inzwischen gibt es auch FahrrĂ€der in den verschiedensten GrĂ¶ĂŸen, LaufrĂ€der und Roller mit denen die kids durch die Gegend dĂŒsen können. Das freut mich! Auch wenn sie ohne Helm fahren, bzw. teilweise gar nicht fahren können und todesmutig auf das Zweirad steigen. Den ein oder anderen hat es wohl schon gewaltig auf die Nase gelegt……
Aber ich finde es gut, dass sie es versuchen und die FahrrĂ€der nutzen, denn so kommen sie raus und bewegen sich. Denn das ist eines der Hauptprobleme. In den kleinen Zimmern haben die Menschen nicht viele Möglichkeiten ‚etwas‘ zu machen. Sie liegen den ganzen Tag auf den Betten, BĂŒcher gibt es kaum, sie lesen mittels des handys, und viele schlafen den Tag ĂŒber immer wieder. Das geht mir zwar genauso wenn ich mal auf dem Sofa zur Ruhe komme, hier fĂŒhrt es jedoch dazu, dass das Haus auch Nachts nicht zur Ruhe kommt. Irgendwer, der tagsĂŒber geschlafen hat, tobt immer wieder durch die RĂ€ume……

Ich erfahre, dass der angekĂŒndigte Putzdienst nicht erschienen ist 😩 DafĂŒr haben sich die Frauen selbst organisiert, nachdem eine der MĂŒtter (mit 3 Kindern) die Inititative ergriffen hat. Der sehr engagierte Hausmeister und seine Kollegen (hier denkt jemand praktisch mit!) haben Wischmops und Reinigungsmittel besorgt und pro Flur eine bestimmte Menge ausgegeben. Das sollten sich die FlĂŒchtlinge ja eigentlich von ihrem eigenen Geld kaufen, war aber durch den Einkauf der kompletten Grundausstattung von Lebensmitteln, Drogerieartikeln etc. 1 Tag vor Weihnachten kaum zu stemmen.
Seitdem klappt es mit der Sauberkeit 🙂 Inzwischen hĂ€ngen auch viele ‚Schilder‘ an den BadezimmertĂŒren, leider kann ich nicht entziffern was darauf steht, ich denke mal hier wurden Regeln aufgestellt, wie man/frau sich zu benehmen hat 🙂

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Falls jemand dies lesen kann, Übersetzung gerne in die Kommentare 🙂 !

Es gibt inzwischen auch MĂŒlleimer geben – JAAA!  – man sagte mir gebrauchte, dazu verkneife ich mir besser fast jeden Kommentar. Lieber wĂŒrde ich einen kaufen, bevor ich selbst jemand meinen gebrauchten MĂŒlleimer abtreten wĂŒrde, so teuer sind die PlastikmĂŒlleimer nicht. Aber ich habe auch schon einen Stapel neuer MĂŒlleimer in giftgrĂŒn im Hausmeisterzimmer gesehen, bei den einfachsten Dingen kommt Freude auf!
Weitere Möbel fĂŒr die Zimmer wird es allerdings nicht geben 😩 Ein weiteres FlĂŒchtlingsheim fĂŒr 900 Menschen soll in KĂŒrze in einem anderen Stadtteil eröffnet werden, die Möblierung ist inzwischen extrem schwierig geworden. Roller und Poco sind mehr oder minder bei Betten, Tischen und StĂŒhlen ausverkauft und IKEA kann oder will nicht liefern 😩

Eine erste Besprechung des Komitees fĂŒr die Deutschkurse (hört sich doch super professionell an, nicht?) hat interessante Informationen fĂŒr Alle. Nach einer ersten Erfassung der Daten der Bewohner stellen wir fest, wie breit gefĂ€chert das Lern- und Ausbildungsspektrum  der FlĂŒchtlinge ist. Die Kinder können teilweise schon Deutsch, viele sehr gut Englisch sprechen. Einige Bewohner können nur arabische Schriftzeichen lesen. Viele können Englisch, manche auch Deutsch. Sogar lateinische Buchstaben können einige lesen…..
Ganz schlimm sieht es bei den Frauen aus, erste SchÀtzungen gehen von 80% Analphabeten aus.

Das schockiert mich. 😩
Ich wusste, dass viele Menschen nur 3-4 Jahre eine Schule besucht haben und danach direkt die ‚Ausbildung‘ fĂŒr einen Beruf begonnen haben. Dass Frauen jedoch gar nicht oder noch kĂŒrzer zur Schule gehen, habe ich in diesem Ausmaß nicht erwartet.
Mich erschreckt die AbhĂ€ngigkeit in der sie sich befinden. Als Frau die nicht lesen und schreiben kann, nicht unsere Sprache spricht, können sie noch nicht mal alleine einkaufen gehen, geschweige denn einen Beruf ausĂŒben. Falls ihrem Mann etwas zust0ßen sollte sind sie mittellos und in ihren HeimatlĂ€ndern auf das Einkommen der Kinder angewiesen. Kein Wunder, dass Kinderarbeit in diesen LĂ€ndern so verbreitet ist……
Allerdings muss zwischen den Generationen ein Wechsel stattgefunden haben, denn viele der jungen MĂ€dchen sprechen sehr gut Englisch und ein bisschen Deutsch. Sie sind ganz bestimmt zur Schule gegangen…
Wir diskutieren lange darĂŒber wir wir Gruppen bilden und wie wir Deutsch fĂŒr Analphabeten, die nicht mal unsere Sprache sprechen, vermitteln wollen und können.
Es ist relativ einfach Menschen eine Sprache beizubringen, die eine Schule besucht haben. Noch einfacher lernen Menschen eine neue Sprache, die bereits eine  Fremdsprache können. Die Strukturen – wie lerne ich generell, wie lerne ich eine Sprache,- sind ihnen bekannt. Es wird eine große Herausforderung  den Frauen eine Sprache beizubringen, die keine Lernstrukturen kennen.
FĂŒr mich aber eine Herausforderung die sich absolut lohnt!!!
Am Nachmittag suche ich stundenlang nach Unterrichtsmaterial fĂŒr Analphabeten. Deutsche Analphabeten – und das sind hauptsĂ€chlich funktionale Analphabeten (je nach AusprĂ€gung: kein lesen und schreiben möglich bis zu fehlerhaftem Schreiben) 2-13% unserer Bevölkerung – können wenigstens die Sprache. Hier haben wir Frauen, die nicht verstehen was ich sagen werden, also muss es ĂŒber Bilder gehen.

Wenn ich die Zahlen der Menschen hochrechne die möglichst ab sofort Deutsch lernen wollen (wir werden stĂ€ndig angesprochen) und die Zahl der angebotenen Kurse bei der VHS betrachte, wird eine Menge Arbeit auf uns zukommen. Damit auch die Frauen zum Unterricht kommen können brauchen wir eine Kinderbetreuung. Die Schulkinder werden hoffentlich ab Februar in die Schule gehen können, GrundschulplĂ€tze sind vorhanden. Aber die Älteren werden nicht alle sofort einen Platz bekommen. KindergartenplĂ€tze gibt es so gut wie keine. Die Kids kommen in die Deutschkurse und/oder mĂŒssen betreut werden wenn die Eltern lernen wollen. Sie sollen jedoch von den MĂŒttern und VĂ€tern selbst betreut werden, Selbstorganisation ist das Zauberwort.
Der Berg der Herausforderungen steigt.

In der Zwischenzeit habe ich surreal anmutende Diskussionen in der Familie.
„Jetzt wo die FlĂŒchtlinge da sind, mĂŒssen wir die FahrrĂ€der immer abschließen.“
Ich kann mir die Bemerkung nicht verkneifen: „Wieso jetzt erst?“
Dazu muss ich sagen, dass in der Nachbarschaft andauernd FahrrĂ€der, sogar am hellichten Tag gestohlen wurden. Aus den Kellern, Tiefgaragen, vor der HaustĂŒre.
Meinem Mann sind am S-Bahnhof, in unserem Stadtteil schon 2 RĂ€der gestohlen worden, abgeschlossene!
Egal was jetzt bei uns im Stadtteil passieren wird, die FlĂŒchtlinge werden schuld sein. Völlig unabhĂ€ngig davon, dass auch vorher schon Dinge gestohlen, beschĂ€digt worden sind. Dies fĂŒhrt zu einer intensiven Diskussion ĂŒber ‚Vorstellungen, Vorurteile‘ innerhalb meiner Familie und zeigt mir deutlich wie intelligente, gebildete, aufgeklĂ€rte und tolerante Menschen ‚ticken‘.

Aber auch meine Mitstreiter/innen berichten, dass sie in den ersten Momenten Ängste hatten, v.a. diejenigen die beim ‚aufbauen‘ und der Ankunft der Familien nicht dabei waren. Wenn die MĂ€nner draußen stehen und rauchen, ist es schon ein komisches GefĂŒhl an all diesen ‚dunklen Gestalten‘ vorbei zum Eingang zu gehen. Das wĂŒrde sich niemand von uns Abends am S-Bahnhof trauen 🙂
Interessanterweise haben alle die Erfahrung gemacht, dass sie höflich und mit einem LĂ€cheln begrĂŒĂŸt worden sind. Seitdem sind ihre Ängste vorbei – einmal durchgehen bitte! Aber wie sieht es mit denen aus, die hier immer nur vorbeigehen, einen scheuen Blick werfen und ihre Ängste horten können?
Auch die Frauen, die schon Deutschkurse in anderen UnterkĂŒnften gegeben haben, erzĂ€hlen davon, dass ihnen höflich und sehr freundlich nach jeder Unterrichtsstunde dafĂŒr gedankt wurde, dass sie ihre Zeit opfern 🙂

Wir haben beschlossen im FrĂŒhjahr ein Willkommensfest zu organisieren, damit die Menschen, die jetzt kulturell sehr vielfĂ€ltig in unserem Stadtteil leben, sich kennen lernen können. Ich hoffe, dass viele die Gelegenheit nutzen werden um ihr ‚Bild‘ zu vervollstĂ€ndigen!
Fortsetzung folgt 😎

Sehr lesenswerte Artikel dazu finden sich hier:
http://www.migazin.de/2015/04/20/fluechtlingsarbeit-buerger-engagiert-staat-zieht-sich-zurueck/
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/180609/umfrage/analphabetismus-und-fehlerhaftes-schreiben-in-deutschland/
https://de.wikipedia.org/wiki/Analphabetismus

🙂

Here’s a translation of Servetus. Note that it came out in discussion above that the illiteracy rate was widely overestimated in the initial survey. Probably a fifth of the adults (men and women) are illiterate.

***

After our trip to Freiburg there’s a lot of news from the refugee home in our neighborhood 


Even as I was biking to the house, I saw children playing football [soccer] in the courtyard. 🙂
In the interval bikes having appeared in the most different sizes, training bikes and scooters with which the kids can jet through the area. That makes me happy! Even if they are riding without helmets, or some of them can’t ride and still get on a bike, death-defyingly. Some of them have probably landed hard on their noses 


But I think it’s great that they are trying it out and use the bikes, because they get out that way and get some exercise. Because that is one of the main problems. In the little rooms the people don’t have much chance to do anything. They lay in bed all day, there are hardly any books, they read by means of their phones, and many of them sleep through the day, again and again. That happens to me, too, when I get a chance to lie on my sofa, but here it leads to noise all night in the house. Someone who was sleeping all day runs through the rooms over and over again 



I learn that the promise cleaning service never arrived 😩 Instead the women have organized themselves, after one of the mothers (with 3 children) took the initiative. The very engaged building supervisor and his colleagues (people who think practically) have gotten mops and cleaning supplies and allotted a certain amount for each floor. The refugees were actually supposed to buy that themselves, but it could scarcely be managed due to the need to buy all of their complete basic needs in food and hygiene articles only one day before Christmas. [Reminder: all stores are closed on Christmas in Germany.]
Since then, cleanliness is working out. 🙂 In the meantime there are a lot of signs on the doors to the bathrooms, unfortunately I can’t read what’s on them, I think that they are rules about how people should behave 🙂

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Now there are trash cans as well – YES! – I was told that they are used, but I’m silencing my response. But I’ve seen a stack of new trash cans in a poisonous green color in the building supervisor’s office – the simplest things make one happy!
There won’t be any more furniture for the rooms, though. 😩 A second refugee residence for 900 people is to be opened shortly in another neighborhood, and it’s become extremely difficult to get furniture. Roller and Poco are more or less sold out of beds, tables and chairs and IKEA can’t or won’t deliver. 😩

The first meeting of the Committee for German Classes (sounds really professional, doesn’t it?) yields interesting information for everyone. After our first canvassing of the residents’ information we see how broad the learning and educational spectrum of the refugees is. Some of the children can already speak German and many of them very good English. Some residents can only read Arabic letters. Many of them can speak English, some German as well. Some of them can even read Roman letters. 
..

The situation with the women seems awful – first estimates suggest an illiteracy rate of 80%.
That shocks me. 😩
I knew that that many of these people only went to school for 3-4 years and after that began their preparation for a career. That women, however, either didn’t go to school or went for a shorter period, I didn’t expect, not in this proportion.
The dependency in which they find themselves frightens me. As a women who can’t read and write, don’t speak our language, they can’t even go shopping alone, let alone pursue a career. If something happens to their husbands they are without means; in their own countries they be dependent on their children’s income. No wonder that child labor is so widespread in these countries 


But there must have been some kind of transformation between the generations, because many of the younger girls speak very good English and a little Germany. They have certainly gone to school 

We spend a long time talking about how to put groups together and how we can teach German to illiterates who don’t speak our language.
It is relatively easy to teach people to speak a language, if they have been to school. Those who already know one foreign language learn the next one more easily. The structures – how do I learn, how do I learn a language – are well known to them. It will be a big challenge to teach women a language if they haven’t ever studied anything before.
For me this is a challenge that is absolutely worth it!!!

In the afternoon I spend hours searching for study materials for illiterates. German illiterates – who are mostly functional illiterates (depending on the degree – from inability to read and write up to writing with errors) and make up 2-13% of our population – at least know the language. Here we have women who won’t understand what I will say, so it must happen via pictures.
If I estimate the number of people who really want to learn German immediately (people are constantly asking) and the number of courses offered at the VHS [a kind of community college], a lot of work is coming our way. So that women can go to the classes, we need childcare. The school-aged children will hopefully be able to go to school beginning in February; there is room in the elementary schools. But the older ones won’t find a school immediately. And there are practically no available spots in kindergartens. The kids will have to come to the classes with their parents, or else be supervised if the parents want to learn. But they are supposed to be supervised from the parents themselves. Self-organization is the magic word. The mount of challenges grows.
In my own family, I am starting to hear surreal discussions.
“Now that the refugees are here, we have to lock our bikes all the time.”
I can’t suppress my response: “Why only now?”
About this I have to say: bikes are constantly being stolen in this neighborhood, even in the bright light of day. From basements, garages, in front of houses.
Two of my husband’s bikes have been stolen at the train station in our neighborhood – locked bikes!
Whatever happens in the neighborhood, it’s going to be the refugees’ fault – even though things were stolen or damaged before they came. This leads to an intensive discussion of “perception, prejudice,” in my family, and shows me how clearly what makes intelligent, educated, enlightenment and tolerant people “tick.”
But even my fellow volunteers report that they had fears at the beginning, particularly those who weren’t there to assemble furniture or see the families arrive. When the men stand outside and smoke, there is a funny feeling to walk past all these “dark figures” to the entrance. Of course, none of us would ever do the same thing in the evening at the train station 🙂 [in case it’s not clear, that’s a sarcastic remark — Serv]

Interestingly, everyone has had the experience of being greeted politely with a smile. Since then, their anxieties are gone – please go through it once! But how will it be for those who only ever walk past, cast a shy glance, and hoard their anxieties?
The women who have given German classes in other residences, too, report that they are thanked politely and in a very friendly way after each class for the sacrifice of their time.:-)
We’ve decided that we will throw a welcome party in the spring, so that the people of the very diverse cultures now living in our neighborhood can get to know each other. I hope that many people will use the opportunity to complete their picture!

[These are articles on illiteracy in Germany and German citizens’ attempts to engage in German instruction with refugees apart from official instruction, which is underfunded. One makes the interesting point that true illiterates cannot be taught to read by sounding out letters. –Serv]

http://www.migazin.de/2015/04/20/fluechtlingsarbeit-buerger-engagiert-staat-zieht-sich-zurueck/
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/180609/umfrage/analphabetismus-und-fehlerhaftes-schreiben-in-deutschland/
https://de.wikipedia.org/wiki/Analphabetismus

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25 Antworten zu FlĂŒchtlingshilfe – Organisation đŸ˜‰

  1. CraMERRY schreibt:

    Wow, toller Einsatz Suzy ❀

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  2. Herba schreibt:

    Schön, daß sich schon ein bißchen was getan hat!

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  3. Guylty schreibt:

    Toll, dass sich etwas bewegt. Und dass du dich mit den Deutschkursen jetzt weiterhin einbringst. Klingt nach einer Herausforderung, da die Gruppe nicht nur heterogen, sondern auch wegen Analphabetismus zusĂ€tzlich schwierigere Ausgangssituation haben wird. Allerdings muss ich sagen, dass ich wiederum finde, dass es gut ist, dass wegen unterschiedlicher Muttersprachen der Unterricht ausschließlich auf Deutsch stattfinden muss. Nur mit 100%ig einsprachigem Unterricht kann man wirksam eine Fremdsprache vermitteln – das sage ich aus eigener Erfahrung als Deutschlehrerin im Erwachsenenbereich. Du glaubst gar nicht, wie viel man beibringen kann, ohne dass man eine Vermittlungssprache dazwischenschaltet. WĂ€re zwar einfacher, wenn man dann noch die Schrift zum Festigen der neugelernten Kenntnisse hĂ€tte, aber es geht auch anders, und zwar indem immer wieder wiederholt wird. So lernen schließlich ganz junge Kinder auch eine Fremdsprache. Das mag zwar etwas lĂ€nger dauern, ist aber eigentlich wirksamer als das stĂ€ndige Konzentrieren auf die Verschriftlichung des Ganzen.
    Bin jedenfalls gespannt, wie es da weitergeht und hoffe, dass du von deinen Erfahrungen berichtest.

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    • suzy schreibt:

      Dich könnten wir hier im Team gebrauchen! Ich muss sagen, ich habe einen gehörigen Respekt vor dem was da kommt. Ich bin ja keine PĂ€dagogin und habe bisher nur Grundschulkindern beim lesen, schreiben, rechnen lernen geholfen. Aber Grundschulkinder sprechen meine Sprache 🙂 Hier wird alles mit Bildern, HĂ€nden, FĂŒĂŸen…. gehen. Ich wĂ€re ĂŒberfordert wenn wir nicht 2 ‚qualifizierte‘ Damen hĂ€tten, beide in der Erwachsenenbildung tĂ€tig, die das federfĂŒhrend ĂŒbernehmen und uns anleiten. Sonst wĂŒrde ich mir das nicht zutrauen. Sie besorgen die Materialien und wir anderen werden hospitieren um zu sehen wie man das richtig macht 🙂

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    • suzy schreibt:

      Leicht? Um Himmels Willen! Obwohl man hier wenigstens SchĂŒler hat die Lernen wollen und motiviert sind! Das hat man in der Schule ja meist nicht 😩

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      • Guylty schreibt:

        Richtig. Aber du wirst auch sehen, dass Unterrichten eben nicht nur „vorne stehen und labern“ ist – so wie man das als SchĂŒler immer nur wahrgenommen hat. FĂŒr jede Stunde Unterricht bereitet ein (gewissenhafter, guter) Lehrer mindestens doppelt so lange vor. Ein Knochenjob!

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    • suzy schreibt:

      Du machst mir ja echt Mut 🙂 Danke!

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      • Guylty schreibt:

        Ups – du hast Recht, ich male das gerade ziemlich schwarz. Nur keine Angst – ihr seid ja zu dritt (?) und ihr arbeitet mit motivierten SchĂŒlern. Es macht wahnsinnig viel Spaß, wenn man sieht, dass man anderen etwas beigebracht hat.

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    • suzy schreibt:

      Keine Angst, bin immer noch voll motiviert 🙂 Und ja, die SchĂŒler sind ebenfalls sehr motiviert etwas zu lernen das wird es vereinfachen. Ich habe gehört, dass die „SchĂŒler“ sehr schnell riesige Fortschritte machen. Wir wollen nĂ€chste Woche schon anfangen…..

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    • suzy schreibt:

      LebensrealitĂ€t ist ein wichtiges Wort. Das erste das wir irgendwie behandeln mĂŒssen ist Verkehrserziehung bevor es die ersten Verletzten gibt. Sie haben jetzt FahrrĂ€der und freuen sich riesig darĂŒber. Unser Dorfpolizist hat schon 4 junge MĂ€nner auf einem Mountainbike gestoppt und ich habe gestern 2 junge MĂ€dchen auf einem Kinderfahrrad gesehen, die 2. saß auf dem Lenker 😩

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  4. Esther schreibt:

    Das hört sich toll an, Suzy! Ja, der Unterricht wird eine wirkliche Herausforderung werden. Ich finde es so Super, dass Du das alles so machst!

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  5. Uinonah72 schreibt:

    Suzy, ich wĂŒnsche Dir gute Nerven und viiieel Erfolg mit dem Deutschkurs. Gut zu hören, dass es auch in Deiner Familie Diskussionen gibt, die die Ängste und Unsicherheiten vieler widerspiegeln.
    Was die Leute nicht kennen, macht ihnen Angst (z.B. dunkle Gestalten). Da ist ein gemeinsames Fest sicher ein guter Start um das Zusammenkommen zu fördern. Gab es bei uns kĂŒrzlich auch, jedoch ist die Anzahl der „NeubĂŒrger“ in unserem Ort noch ĂŒberschaubarer. Viel Erfolg weiterhin und ich bin gespannt auf die Fortsetzung 🙂

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    • suzy schreibt:

      Danke, die Fortsetzung wird kommen 🙂 Wir starten ab nĂ€chste Woche mit den Deutschkursen, da gibt es bestimmt einiges an KuriositĂ€ten zu erzĂ€hlen. Heute haben wir uns einen Zettel schreiben lassen, in arabischen schriftzeichen, dass morgen die Kurse zugeteilt werden. Prompt kam ein netter junger Herr der perfekt Englisch spricht und hat uns darauf hingewiesen, dass 2 Wörter falsch geschrieben waren 😩 Das fand ich lustig, hier sind eindeutig unsere Grenzen!

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  6. Servetus schreibt:

    I would say, skip the writing step. Focus on speaking and conversation first; writing is a mountain you don’t need to climb right away. I can’t believe the illiteracy rate is that high. (uch, sigh.)

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    • suzy schreibt:

      You are right. Wir werden mit den Namen anfangen. Jeder soll nur seinen eigenen Namen schreiben lernen. Alles andere kommt dann hoffentlich. Und Du hast recht was die Rate angeht. Die Listen waren falsch. Am Freitag haben wir Anmeldungen entgegen genommen und die Daten geprĂŒft. Ich weiss nicht wer die Befragung gemacht hat, aber Listen kann der/die nicht ausfĂŒllen. Wir haben von 80 Anmeldungen 20 Analphabeten. MĂ€nner und Frauen querbeet. Wie schlimm es ist werden wir sehen wenn wir in 2 Wochen beginnen 🙂

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  7. Pingback: Fellow Richard Armitage fan has written about volunteering in refugee shelters | Me + Richard Armitage

  8. Servetus schreibt:

    Here’s a translation. Note that it came out in discussion above that the illiteracy rate was widely overestimated in the initial survey. Probably a fifth of the adults (men and women) are illiterate.

    ***

    After our trip to Freiburg there’s a lot of news from the refugee home in our neighborhood 


    Even as I was biking to the house, I saw children playing football [soccer] in the courtyard. 🙂
    In the interval bikes having appeared in the most different sizes, training bikes and scooters with which the kids can jet through the area. That makes me happy! Even if they are riding without helmets, or some of them can’t ride and still get on a bike, death-defyingly. Some of them have probably landed hard on their noses 


    But I think it’s great that they are trying it out and use the bikes, because they get out that way and get some exercise. Because that is one of the main problems. In the little rooms the people don’t have much chance to do anything. They lay in bed all day, there are hardly any books, they read by means of their phones, and many of them sleep through the day, again and again. That happens to me, too, when I get a chance to lie on my sofa, but here it leads to noise all night in the house. Someone who was sleeping all day runs through the rooms over and over again 


    I learn that the promise cleaning service never arrived 😩 Instead the women have organized themselves, after one of the mothers (with 3 children) took the initiative. The very engaged building supervisor and his colleagues (people who think practically) have gotten mops and cleaning supplies and allotted a certain amount for each floor. The refugees were actually supposed to buy that themselves, but it could scarcely be managed due to the need to buy all of their complete basic needs in food and hygiene articles only one day before Christmas. [Reminder: all stores are closed on Christmas in Germany.]
    Since then, cleanliness is working out. 🙂 In the meantime there are a lot of signs on the doors to the bathrooms, unfortunately I can’t read what’s on them, I think that they are rules about how people should behave 🙂
    Now there are trash cans as well – YES! – I was told that they are used, but I’m silencing my response. But I’ve seen a stack of new trash cans in a poisonous green color in the building supervisor’s office – the simplest things make one happy!
    There won’t be any more furniture for the rooms, though. 😩 A second refugee residence for 900 people is to be opened shortly in another neighborhood, and it’s become extremely difficult to get furniture. Roller and Poco are more or less sold out of beds, tables and chairs and IKEA can’t or won’t deliver. 😩
    The first meeting of the Committee for German Classes (sounds really professional, doesn’t it?) yields interesting information for everyone. After our first canvassing of the residents’ information we see how broad the learning and educational spectrum of the refugees is. Some of the children can already speak German and many of them very good English. Some residents can only read Arabic letters. Many of them can speak English, some German as well. Some of them can even read Roman letters. 
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    The situation with the women seems awful – first estimates suggest an illiteracy rate of 80%.
    That shocks me. 😩
    I knew that that many of these people only went to school for 3-4 years and after that began their preparation for a career. That women, however, either didn’t go to school or went for a shorter period, I didn’t expect, not in this proportion.
    The dependency in which they find themselves frightens me. As a women who can’t read and write, don’t speak our language, they can’t even go shopping alone, let alone pursue a career. If something happens to their husbands they are without means; in their own countries they be dependent on their children’s income. No wonder that child labor is so widespread in these countries 


    But there must have been some kind of transformation between the generations, because many of the younger girls speak very good English and a little Germany. They have certainly gone to school 

    We spend a long time talking about how to put groups together and how we can teach German to illiterates who don’t speak our language.
    It is relatively easy to teach people to speak a language, if they have been to school. Those who already know one foreign language learn the next one more easily. The structures – how do I learn, how do I learn a language – are well known to them. It will be a big challenge to teach women a language if they haven’t ever studied anything before.
    For me this is a challenge that is absolutely worth it!!!

    In the afternoon I spend hours searching for study materials for illiterates. German illiterates – who are mostly functional illiterates (depending on the degree – from inability to read and write up to writing with errors) and make up 2-13% of our population – at least know the language. Here we have women who won’t understand what I will say, so it must happen via pictures.
    If I estimate the number of people who really want to learn German immediately (people are constantly asking) and the number of courses offered at the VHS [a kind of community college], a lot of work is coming our way. So that women can go to the classes, we need childcare. The school-aged children will hopefully be able to go to school beginning in February; there is room in the elementary schools. But the older ones won’t find a school immediately. And there are practically no available spots in kindergartens. The kids will have to come to the classes with their parents, or else be supervised if the parents want to learn. But they are supposed to be supervised from the parents themselves. Self-organization is the magic word. The mount of challenges grows.
    In my own family, I am starting to hear surreal discussions.
    “Now that the refugees are here, we have to lock our bikes all the time.”
    I can’t suppress my response: “Why only now?”
    About this I have to say: bikes are constantly being stolen in this neighborhood, even in the bright light of day. From basements, garages, in front of houses.
    Two of my husband’s bikes have been stolen at the train station in our neighborhood – locked bikes!
    Whatever happens in the neighborhood, it’s going to be the refugees’ fault – even though things were stolen or damaged before they came. This leads to an intensive discussion of “perception, prejudice,” in my family, and shows me how clearly what makes intelligent, educated, enlightenment and tolerant people “tick.”
    But even my fellow volunteers report that they had fears at the beginning, particularly those who weren’t there to assemble furniture or see the families arrive. When the men stand outside and smoke, there is a funny feeling to walk past all these “dark figures” to the entrance. Of course, none of us would ever do the same thing in the evening at the train station 🙂 [in case it’s not clear, that’s a sarcastic remark — Serv]

    Interestingly, everyone has had the experience of being greeted politely with a smile. Since then, their anxieties are gone – please go through it once! But how will it be for those who only ever walk past, cast a shy glance, and hoard their anxieties?
    The women who have given German classes in other residences, too, report that they are thanked politely and in a very friendly way after each class for the sacrifice of their time.:-)
    We’ve decided that we will throw a welcome party in the spring, so that the people of the very diverse cultures now living in our neighborhood can get to know each other. I hope that many people will use the opportunity to complete their picture!

    [These are articles on illiteracy in Germany and German citizens’ attempts to engage in German instruction with refugees apart from official instruction, which is underfunded. One makes the interesting point that true illiterates cannot be taught to read by sounding out letters. –Serv]

    Sehr lesenswerte Artikel dazu finden sich hier:
    http://www.migazin.de/2015/04/20/fluechtlingsarbeit-buerger-engagiert-staat-zieht-sich-zurueck/
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/180609/umfrage/analphabetismus-und-fehlerhaftes-schreiben-in-deutschland/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Analphabetismus

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