Arbeitsvermittlung für Flüchtlinge – employment service for refugees

Servetus was so kind to make a translation, you will find it below, under the video and in the comments  ❤ THANKS!!!

Heute hatte ich ein Vorstellungsgespräch! Leider nicht für mich sondern für einen der Flüchtlinge der bei uns in der Unterkunft mit seiner Familie lebt. Er geht schon auf die 30 zu und hat in seinem Heimatland als Elektriker gearbeitet. Irgendwie selbständig oder für eine Fremdfirma als Selbständiger – so ganz genau habe ich das nicht durchblickt 🙂

Er ist sehr engagiert, spricht gut Englisch und hat sich schon ziemlich viel Deutsch selbst beigebracht. Er will unbedingt lernen und sitzt so oft er kann bei uns im Zimmer der Ehrenamtler um für die anderen Bewohner zu übersetzen und Deutsch zu lernen.
Letzte Woche – irgendwie kam das Gespräch auf Praktika – meinte meine Kollegin sie kenne einen Handwerksmeister der einen Praktikanten nehmen würde 🙂 Gerade die Handwerksbetriebe haben Probleme Azubis zu finden, ich weiss von meinem eigenen Installateur, dass er über ein Jahr erfolglos einen Azubi gesucht hat 😦
Ich wusste ja, dass unser Schützling (nennen wir ihn einfach mal so) unbedingt ‚etwas‘ machen will, alles ist besser als ‚zu Hause‘ rumzusitzen. Also hat sie dort angerufen und ein Vorstellungsgespräch für ihn vereinbart.
Ich habe ihn heute dorthin begleitet und es war ein sehr positives Gespräch. Wenn wir die schriftliche Zusage von der Arbeitsagentur haben, dass er ein Praktikum machen kann, darf er sofort anfangen. Er wird mit dem Handwerkerteam unterwegs sein,

 Bild in Originalgröße anzeigen das kein Englisch spricht, er muss jetzt also noch ganz schnell ganz viel Deutsch lernen.
Da es immer noch keine freien Deutschkurse gibt (mangels Lehrer mit Zusatzausbildung) und im Haus immer noch kein WLAN verfügbar ist –  nicht ganz so einfach. Aber wir haben jetzt ein paar Computer mit eLearning Programmen wo die Bewohner selbst lernen können. Der Raum wird heute Abend eröffnet und der erste (und wichtigste) Lerner wird hoffentlich mein momentaner Schützling 🙂 

Flüchtlinge mit Chance auf Anerkennung dürfen Praktika, Bundesfreiwilligendienst, Hospitationen etc. machen. Da man bei Hospitationen wirklich nur zuschauen darf ist das uninteressant, aber bei den Praktika können sie wirklich mit anpacken. So lernen sich Arbeitgeber und „vielleicht zukünftiger“ Arbeitnehmer kennen und wenn dann irgendwann mal der Asylstatus erteilt ist, kann er/sie tatsächlich in einen Beruf einsteigen. So ist das Risiko auch für einen potentiellen Arbeitgeber relativ gering.
http://www.kofa.de/themen-von-a-z/fluechtlinge/praktika-und-hospitationen

Fakt ist, die meisten unserer Bewohner haben momentan den Status der BÜMA. Heißt: Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender. Das bedeutet aber nicht, dass bereits ein Antrag auf Asyl gestellt wurde! Dies geschieht dann erst auf Aufforderung vom Amt (wahrscheinlich wenn all die vielen Anträge die da schon liegen abgearbeitet wurden). So haben ca. 80% unserer Bewohner noch gar keinen Asylantrag gestellt 😦

Damit die Menschen jedoch nicht noch länger untätig rumsitzen müssen, ich glaube die Bearbeitung der Asylanträge liegt zur Zeit bei über einem Jahr – ich will mir gar nicht ausrechnen bis wann dann unsere Flüchtlinge untätig rumsitzen müssen :-(((( – wurden jetzt die Bedingungen ein Praktikum etc. aufzunehmen gelockert. Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Eritrea, die sicher Asyl erhalten, dürfen schon früher „etwas“ machen. 🙂 Mit BÜMA und einer Wartefrist von 3 Monaten dürfen sie ein Praktikum, etc. beginnen.
Jetzt bin ich gespannt wie lange es dauert die nötigen Papiere vom Arbeitsamt für ihn zu bekommen damit er anfangen darf. Alles was für einen deutschen Arbeitnehmer recht selbstverständlich ist bedarf hier einer besonderen Nachfrage: Krankenversicherungs-bestätigung, Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung, aber wir werden das klären.

Irgendwie ist auch noch die Verantwortung für dieses eLearning bei mir kleben geblieben. Da die Programme auf arabisch sind habe ich 3 mutige Freiwillige das Programm testen lassen, die sprechen besser arabisch 🙂 und muss mich hoffentlich nur noch um die Organisation der Lernplätze am Computer kümmern…..

Diesen Song habe ich vor kurzem auf einem Blog gesehen, sorry habe vergessen wo….

Today I had a job interview! Unfortunately not for me, but for one of the refugees who lives in the residence near us with his family. He’s approaching 30 and worked as an electrician in his home country. Either independently or as an independent contractor for a company — I didn’t understand exactly 🙂

He is very engaged, speaks good English and has already taught himself quite a bit of German. He absolutely wants to learn and he sits in the volunteers room as often as he can in order to translate for other residents and learn German.
Last week — somehow the conversation turned to internships — my colleague said she knew a master craftsman who would take a an intern 🙂 The trades in particular are having a hard time finding apprentices, I know from our own electrician that he has been looking for a year for an apprentice without any luck 😦
I knew that our protegé (let’s call him that) definitely wanted to do *something*, anything is better than sitting around “at home.” So she called up there and arranged an interview for him.
I went along with him and it was a very positive conversation. As soon as we have the written permission from the employment office that he’s allowed to do an internship, he can begin immediately. He will go around with the team of tradesmen, who don’t know any English, so he must learn a lot of German very quickly now.
Since there still aren’t any open German lessons (due to a lack of teachers with the correct training) and there is no wireless service in the residence yet — this won’t be all that easy. But we do have a few computers now with e-learning programs, where the residents can learn on their own. The space will be opened tonight and the first (and most important) student will hopefully be our current protegé. 🙂

Refugees who have a possibility of being officially recognized as such are allowed to do internships, federal volunteer service, job shadowing, and so on. Since those who job shadow really are only allowed to look, that’s not interesting, but with the internships they can really take part. In this way employees and “possible future” employees can get to know each other and then, when official asylum status is granted, they can start in a career. In this way the risk for a potential employer is relatively small.
http://www.kofa.de/themen-von-a-z/fluechtlinge/praktika-und-hospitationen

Most of our residents currently have the status of BÜMA, which means they have proof that they have declared themselves to be asylum seekers. But that doesn’t mean that they have completed the application yet! That only happens after the relevant office asks them to do so (probably when all the many declarations that are already there have been processed). So about 80% of our residents have not even completed the application for asylum yet. 😦

So that the people don’t have to sit around doing nothing any longer — I think the processing of the asylum declarations takes over a year at the moment — and I don’t even want to estimate how long our refugees would have to sit around with nothing to do :-(((( – the conditions for doing an internship, etc., have been relaxed. Refugees from Syria, Iraq, Eritrea, who will certainly get asylum, are now allowed to do “something” earlier 🙂 With BÜMA status and a waiting period of three months they are allowed to start an internship, etc.
Now I’m curious to know how long it will take for the required papers to come from the employment office, so that he may begin. Everything that goes without saying for a German worker will require extra applications here — proof of health insurance, liability insurance, accident insurance — but we will straighten it out.

Somehow the responsibility for the eLearning has stuck to me. Since the programs are in Arabic, I’ve had three volunteers test the programs, who speak better Arabic than I do 🙂 and hopefully all I have left to do is take care of organizing the spots at the computers …..

Thank you very, very much for the translation Serv!!! ❤

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20 Antworten zu Arbeitsvermittlung für Flüchtlinge – employment service for refugees

  1. Herba schreibt:

    Ich drücke Deinem Schützling ganz fest die Daumen, damit das mit dem Praktikum klappt!!!

    Gefällt 1 Person

    • suzy schreibt:

      Die Weichen sind gestellt! Jetzt muss er sich bewähren und schauen ob er mit unserem Arbeitssystem klar kommt. Aber er hat einen verständnisvollen Chef der sich ein bisschen auskennt, ich habe Hoffnung dass das klappt. Die Frage ist nur noch wie lange das mit den Papieren dauert….. 🙂

      Gefällt 2 Personen

  2. Elanor schreibt:

    Ich drücke euch ganz fest die Daumen. Hoffentlich dauert der zermürbende Papierkram nicht zu lange und beim Praktikum können die gegenseitigen Erwartungen einigermaßen erfüllt werden.

    Gefällt mir

  3. Elanor schreibt:

    Wochen???
    Das ist aber nervtötend. „grumpf“ Es ist sicher nicht einfach, die Motivation aufrecht zu erhalten, wenn man sooo lange warten muss. Hoffentlich klappt das mit den Lernprogrammen, so dass der Schützling die Zeit wenigstens nutzen kann.

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    • suzy schreibt:

      Ich bin schon froh, dass es nur Wochen sind und nicht Monate 😦 Ja die Programme laufen. Testen konnte ich sie selbst nicht, da ich nicht arabisch lesen kann. Wir werden auch noch Tastaturen mit arabischen Schriftzeichen kaufen müssen, war so nicht geplant aber ist notwendig 🙂 Wenn dann noch irgendwann WLAN kommt, dann sprechen alle bald perfekt Deutsch!!!

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  4. Servetus schreibt:

    Today I had a job interview! Unfortunately not for me, but for one of the refugees who lives in the residence near us with his family. He’s approaching 30 and worked as an electrician in his home country. Either independently or as an independent contractor for a company — I didn’t understand exactly 🙂

    He is very engaged, speaks good English and has already taught himself quite a bit of German. He absolutely wants to learn and he sits in the volunteers room as often as he can in order to translate for other residents and learn German.
    Last week — somehow the conversation turned to internships — my colleague said she knew a master craftsman who would take a an intern 🙂 The trades in particular are having a hard time finding apprentices, I know from our own electrician that he has been looking for a year for an apprentice without any luck 😦
    I knew that our protegé (let’s call him that) definitely wanted to do *something*, anything is better than sitting around „at home.“ So she called up there and arranged an interview for him.
    I went along with him and it was a very positive conversation. As soon as we have the written permission from the employment office that he’s allowed to do an internship, he can begin immediately. He will go around with the team of tradesmen, who don’t know any English, so he must learn a lot of German very quickly now.
    Since there still aren’t any open German lessons (due to a lack of teachers with the correct training) and there is no wireless service in the residence yet — this won’t be all that easy. But we do have a few computers now with e-learning programs, where the residents can learn on their own. The space will be opened tonight and the first (and most important) student will hopefully be our current protegé. 🙂

    Refugees who have a possibility of being officially recognized as such are allowed to do internships, federal volunteer service, job shadowing, and so on. Since those who job shadow really are only allowed to look, that’s not interesting, but with the internships they can really take part. In this way employees and „possible future“ employees can get to know each other and then, when official asylum status is granted, they can start in a career. In this way the risk for a potential employer is relatively small.
    http://www.kofa.de/themen-von-a-z/fluechtlinge/praktika-und-hospitationen

    Most of our residents currently have the status of BÜMA, which means they have proof that they have declared themselves to be asylum seekers. But that doesn’t mean that they have completed the application yet! That only happens after the relevant office asks them to do so (probably when all the many declarations that are already there have been processed). So about 80% of our residents have not even completed the application for asylum yet. 😦

    So that the people don’t have to sit around doing nothing any longer — I think the processing of the asylum declarations takes over a year at the moment — and I don’t even want to estimate how long our refugees would have to sit around with nothing to do :-(((( – the conditions for doing an internship, etc., have been relaxed. Refugees from Syria, Iraq, Eritrea, who will certainly get asylum, are now allowed to do „something“ earlier 🙂 With BÜMA status and a waiting period of three months they are allowed to start an internship, etc.
    Now I’m curious to know how long it will take for the required papers to come from the employment office, so that he may begin. Everything that goes without saying for a German worker will require extra applications here — proof of health insurance, liability insurance, accident insurance — but we will straighten it out.

    Somehow the responsibility for the eLearning has stuck to me. Since the programs are in Arabic, I’ve had three volunteers test the programs, who speak better Arabic than I do 🙂 and hopefully all I have left to do is take care of organizing the spots at the computers …..

    Gefällt 4 Personen

  5. Pingback: Next installment of Suzy’s diary about working with refugees in Germany #richardarmitage | Me + Richard Armitage

  6. Martina Ramsauer schreibt:

    Ich bewundere deinen Einsatz, liebe Suzy, und hoffe sehr, dass sich für deinen Schützling bald die sehr erhoffte Türe aufmacht. Gute Nacht wünscht dir Martina

    Gefällt 1 Person

  7. Hariclea schreibt:

    Gottchen wie wurden wie heutzutage ohne Papierkram existieren konnen?? Uff, rethorische Frage. Ich hoffe seine Papiere kommen bald durch, Untatigkeit muss zusatzlich zu der ganzen Stressituation noch mehr belastigend sein, arme Leute.

    Toll das mit den Programmen, endlich kommt man da voran denn die Menschen wunschen es sich sicher sehr besser mit ihrem Umfeld kommunizieren zu konnen.
    Ich finde die Hilfe die ihr alle gleistet habt hat sehr viel getan da wo die Behorden nur sehr langsam mit allem nachkommen..

    Weiterhin Daumen druck!

    Gefällt 1 Person

    • suzy schreibt:

      Ohne Papiere? Himmel, wir leben ja quasi nicht ohne Papiere! Zumindest war es bisher so und wir haben uns das so eingebildet hier in Deutschland. Und oh Schreck 🙂 da kommen plötzlich lauter Menschen ohne Papiere in unser organisiertes Land und die sind hier ohne oder mit fehlerhaften Papieren (von den Behörden falsch ausgestellt!) lebensfähig. Undenkbar!! Wahrscheinlich sind deshalb alle so entsetzt 🙂 Das stellt ja unser ganzes Lebensgefüge auf den Prüfstand 🙂
      Ich bin auch froh, sehe es aber kritisch. Es wird viele geben die man zunächst vermitteln kann. Die schon Fachkenntnisse haben und motiviert sind und ein bisschen oder gut Deutsch sprechen. Die werden natürlich auch zuerst an interessierte Firmen vermittelt. Dann sind die Plätze aber auch irgendwann besetzt und es wird schwierig werden Neue zu finden. Und dann muss man noch diejenigen unterbringen die nicht qualifiziert sind und einfach Probleme haben Deutsch zu lernen, nicht jeder ist ein Sprachgenie, ich weiss das! Da wird es dann richtig schwer!
      Im Verlauf müssen sich beide Seiten anpassen. Obwohl eine hohe Motivation da ist wird es viel Frust geben. Hier prallen Welten aufeinander, Religionen, Einstellungen, die Neuen müssen lernen dass hier vieles anders läuft und die Arbeitgeber müssen bestimmt hin und wieder ein Auge zudrücken und Erziehungsarbeit leisten. Das wird eine Herkulesaufgabe für beide Seiten….

      Gefällt 3 Personen

  8. Esther schreibt:

    Oh, Toll, dass das Gespräch so gut verlaufen ist! Schade. dass es so viel Papierkram dabei geben muss. Du bist wunderbar, dass Du das alles so machst! 🙂

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