HipHop und der RAP

Kürzlich habe ich den Film „Straight Outta Compton“ gesehen. Er hat mich nicht so begeistert wie damals „8 Mile“ von Eminem aber er dokumentiert die interessant-tragische Geschichte der Musiker von N.W.A. aus Compton, genauer gesagt der Künstler Dr. Dre, Ice Cube und Eazy-E.

HipHop ist eine Protestbewegung, ein eigener Musik- und Lebensstil. Rap der Sprechgesang in den Songs und jeder der glaubt etwas zu sagen zu haben kann mit’rappen‘ und die Ungerechtigkeiten seines Lebens der Welt erzählen. Man traf und trifft sich auf der Straße und rappt über den Shit Mist im normalen Lebensalltag 🙂

Rap oder HipHop ist/sind nicht wirklich meine Musik-Richtung. Sie sind mir einerseits zu extrem und/oder zu langweilig weil ich den Text meist nicht verstehe. Allerdings sind die Übergänge vom HipHop zur normalen Rock-und Popmusik inzwischen so fließend, dass viele Songs auch unter der Bezeichung Rap laufen, die mir wirklich gut gefallen  wie bspw. „stressed out von den twenty one pilots  ❤
Aber ich bin ja grundsätzlich riesig neugierig, v.a. wenn es um Musik geht.
Als ich vor vielen Jahren „8 Mile mit und von Eminem gesehen habe, den ich eigentlich nicht besonders mochte, ist mir zum ersten Mal klar geworden was hinter den Songs steckt. Menschen mit riesigen Problemen, die nicht zum Psychiater gehen sondern ihre Wut, Ängste, Wünsche und Hoffnungen in Songs und Worte packen. Dass man Kämpfe zum Glück nicht immer mit der Waffe sondern auch in Battles in Musikstücken austragen kann.
Auch in „Straight Outta Compton“ wird sehr deutlich gezeigt, dass die sehr harten und brutalen Songs der N.W.A. durch das Horror Umfeld der Jugendlichen bedingt werden, dem sozialen Milieu, dem Drogenkonsum und den permanenten Übergriffen durch die Polizei, denen Schwarze täglich und willkürlich ausgesetzt waren bzw. sind 🙂
Es genügt, dass eine Gruppe schwarzer Jugendlicher rauchend auf dem Bürgersteig steht. Sie werden kontrolliert, misshandelt, festgenommen, geschlagen – oft ohne jeden ersichtlichen Grund.
Die Rapper um N.W.A. haben diese Erfahrungen in ihren Songs verarbeitet und diese waren so brutal, dass sie nicht bei MTV oder  im Radio gespielt wurden. Aber sie kamen beim Publikum an, trafen der Nerv der Zeit und sie erreichten Platinstatus ohne je im Radio gespielt worden zu sein. Berühmt wurden sie dann alle, aber es folgten die üblichen Probleme mit Drogenkonsum, zuviel Sex, Party all the time und nicht alle konnten den Erfolg lange genießen. Die Gruppe zerbrach am Streit über die Verteilung des Geldes, Eazy-E starb an AIDS. Dr. Dre gilt inzwischen als der erste HipHop Milliardär, nach N.W.A. produzierte er noch Tupac, Snoop Dogg und Eminem  und erfand den G-Funk, auch Gangsta Rap genannt…….

Eminem  war damals der erste weiße Solo-Rapper. In seinen Songs findet man zum ersten Mal auch Selbstironie und Satire. Er singt über seine eigene Unsicherheit, er ist ehrlich und authentisch. „My name is“ soll er in nur einer Stunde mit Dr. Dre geschrieben und eingespielt haben. Für den Song „Lose Yourself„, der im sehr sehenswerten „8 Mile“ zu hören ist, bekam er 2003 den Oskar.

Ich habe damals eine Version von „8 Mile“ gesehen in der die Songs zum Glück untertitelt waren. Da habe ich zum ersten Mal verstanden worum es in den Songs geht und war schwer beeindruckt. Auch wenn die Lieder nicht unbedingt meinen Geschmack treffen, aber das war hier wirklich nebensächlich 🙂 der Film selbst ist absolut sehenswert!

Rappers Delight“ war der erste Rap-Song der tatsächlich im Radio lief und trotzdem ein kommerzieller Erfolg wurde. Die Sugarhill Gang erzählt Geschichten aus ihrem Leben und sie hatten damit richtig Erfolg, allerdings ging es ihnen v.a. darum die Menschen zum tanzen zu bringen und nicht primär um politische Ungerechtigkeiten 🙂

Run-D.M.C. komponierten das erste Video das dann auch bei MTV gezeigt werden durfte wurde. Es gab Wortgefechte in den Songs, die sogenannten Battles und sie traten ganz genretypisch mit Goldkettchen, Sportsklamotten und Sneakern auf 🙂
Nicht ganz so meins aber hier zu sehen:

Mein Sohn hört auch viele dieser Künstler: Eminem, Megaloh und noch viele andere.
Einer davon ist 50 Cent. Er hat mit „In Da Club“ einen der größten kommerziellen Erfolge erzielt. Sein Debutalbum „Get Rich or die Trying“ wurde 12 Millionen mal verkauft. Ursprünglich verdiente er sein Geld als Drogendealer, das hat er heute nicht mehr nötig. Neun Wochen stand er an der Spitze der US-Charts, nach seiner Aussage ist jede Woche ein Abbild für ein Einschussloch auf seinem Körper 😎

Der beste Rapper soll derzeit Kendrick Lamar sein.  Er erzählt politische Geschichten und geht musikalisch neue Wege – mehr in Richtung des Jazz……beurteilen kann ich das allerdings selbst nicht!

Präsident Obama soll (Gerüchte, Gerüchte) „How much a Dollar Cost“ als einen seiner Liebligssongs bezeichnet haben – na ja auch meine Lieblingssongs ändern sich ständig 🙂

Diese beiden können im Geld baden: Kayne West und Jay-Z. Bei der Feier zur Veröffentlichung von ihrem Song….

….brachte die Kellnerin eine Rechnung über 250.000 Dollar. Angeblich bekam sie von den beiden 50.000 Dollar Trinkgeld 🙂 Jay-Z ist übrigens mit Beyoncé verheiratet ❤

Aber nicht alle können davon leben. Vor kurzem habe ich in der Rheinischen Post gelesen, dass der Künstler Megaloh zwar viele Fans hat aber von den Einnahmen immer noch nicht leben kann…. schade eigentlich 😦

 

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6 Antworten zu HipHop und der RAP

  1. entdeckeengland schreibt:

    Toller Überblick über eine Musikszene, über die ich nur sehr wenig weiß. Dann kann ich ja ein bisschen mitreden, wenn der kleine Entdecker anfängt, seinen Musikgeschmack in diese Richtung zu entwickeln 😀 8 Mile hat mir damals auch ganz gut gefallen.

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    • suzy schreibt:

      Ich hatte auch keine Ahnung. Nur den ‚8 Mile‘ habe ich mir damals angesehen und fand ihn wirklich klasse! Aber wenn die kids diese Musik hören, dann bin ich ja neugierig 🙂
      Wer weiß was bei Euch angesagt ist, wenn der kleine Entdecker im Pubertätsalter (und älter) ist…..

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      • entdeckeengland schreibt:

        Ja, wer weiß 😳 Ehrlich gesagt, bin ich schon jetzt nicht mehr so richtig auf dem neuesten Stand. Dabei war ich mir mit 15 sicher, dass ich niemals aufhören werde, zur Disco zu gehen 😀

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        • suzy schreibt:

          Ich habe zwar erst mit 17 angefangen und mir ging es ähnlich. Wobei ich es heute unglaublich genieße (diese wenigen Male) auf eine 80er oder 90er Jahre Party zu gehen. Das ist soooo super, man fühlt sich wie 20 ❤

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  2. Esther schreibt:

    Auch nicht meine Musik, ich mag meist lieber mehr Melodie als staccato-sprechen.. Ich begreife aber wo diese Musik her kommt und finde es wie Du toll, dass sie mit ihrer Kreativität ihre Frust ausdrücken können!

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    • suzy schreibt:

      Ja das finde ich auch. Musik, die etwas ausdrücken möchte. Als Video schaue ich das ganz gerne aber sonst höre ich es nicht. Ausnahme „stressed out“ das läuft zur Zeit in Dauerschleife 🙂

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