Miss Marple – Margareth Rutherford

Auf der Suche nach dem letzten MachWas Thema mit meiner Lieblingsserie bin ich auch über Miss Marple und eine meiner Lieblingsdarstellerinnen Margaret Rutherford gestolpert. Ich habe viele interessante Dinge über sie gelesen, aber da die Miss Marple Filme wohl kaum als Serie durchgehen, musste ich dazu einen eigenen Blogpost schreiben 🙂

War als Handyklingelton leider nicht laut genug……

Wann ich die Miss Marple Filme zum ersten Mal gesehen habe – keine Ahnung, das ist schon sehr, sehr lange her….. Meine Eltern mochten die Filme gerne sehen und so saßen wir immer zu dritt oder später auch zu viert vor dem Fernseher und ‚gruselten‘ uns. Ja damals war das noch Grusel 🙂 Für mich waren und sind sie immer noch superspannend und wenn die taffe alte Dame in ‚16 Uhr 50 ab Paddington‘ im Schuppen hinter der Tür steht und der Mörder hereinkommt, läuft mir auch heute immer noch das Kribbeln den Rücken hinunter 🙂
Für mich das beste Beispiel dafür, wie man auch ohne Blut und Horror allerbeste Spannung erzielen kann 🙂 Aber auch der Humor kommt in „Miss Marple“ nicht zu kurz, der Schlagabtausch der schrulligen und eigenwilligen Dame mit dem ignoranten Inspektor, der zu seinem großen Verdruss immer ein bisschen hinter ihr herhinkt, ist einfach nur köstlich und zieht sich zum Glück durch alle 4 Filme:

Für mich gibt es nur eine richtige Miss Marple: Margareth Rutherford im Kombipack mit Stringer Davis, mit dem sie im realen Leben verheiratet war. Im Gegensatz allerdings zu den Büchern, in denen die Figur des Mr. Stringer ja gar nicht vorkam…….
Aber – Margareth Rutherford wünschte sich einen Partner, der zugleich auch ein Gegenpart darstellen sollte, neben dem vorsichtigen, zögerlichen, zurückhaltenden Bibliothekar wirkt die Privatdetektivin noch schrulliger und agiler. Stringer Davis selbst sagte über seine Rolle: „Die brauchten aus dramaturgischen Gründen einen begriffsstutzigen alten Knaben, dem Miss Marple ihre Beobachtungen lang und breit mitteilen konnte. Ich erklärte mich unter der Bedingung bereit, dass ich im Film ein Dreirad fahren durfte.“

Aber nicht nur Miss Marple, auch Margareth Rutherford selbst hatte kein langweiliges Leben. Ihr Vater war psychisch labil und wurde in einem Anfall von geistiger Umnachtung zum Mörder. Er erschlug seinen eigenen Vater mit dem Nachttopf. Der Todesstrafe entging er nur durch die Einweisung in ein Hospital für geisteskranke Kriminelle. Um ihr den Makel des Vaters zu ersparen, trug Margareth den Nachnamen ihrer Mutter. Aber auch diese führte offensichtlich kein glückliches Leben, sie beging in der britischen Kolonie Indien Selbstmord indem sie sich im Garten erhängte.
„Sie werden nie einen Komödianten finden, der nicht auch einen starken Hang zur Traurigkeit hat“, meinte M.R. in einem Interview zu ihrer Vergangenheit. Aber auch  ihr Adoptivsohn Gordon Langley Hall, den sie zusammen mit ihrem Ehemann Stringer Davis Anfang der 1960er- Jahre angenommen hatte tauchte in der Yellow press immer wieder auf. Er ließ sich Ende der 1960er-Jahre als einer der ersten Transsexuellen zur Frau operieren. Später heiratete er seinen farbigen Butler und publizierte unter seinem neuen Namen Dawn Langley Simmons unter anderem eine Biografie über seine Adoptivmutter.

Wissenswertes:

Synchronsprecherin von Miss Marple: Im ersten Film „16 Uhr 50 ab Paddington“ wurde sie von Agnes Windeck gesprochen, die in den 1960er-Jahren Sprecherin in vielen Edgar-Wallace-Filme war und dann in der Serie „Die Unverbesserlichen“ auftrat. Später wurde Margaret Rutherford von der Schauspielerin Ursula Krieg synchronisiert.
Ich habe mir die damals noch sauteure DVD Box direkt nach ihrem Erscheinen gekauft nur um zu erleben wie sich die Filme im Original anhören…..

Margaret Rutherford spielte in vier Filmen die Miss Marple: „16 Uhr 50 ab Paddington“ (1961), „Der Wachsblumenstrauß“ (1963), „Vier Frauen und ein Mord“ und „Mörder ahoi!“ (beide 1964). Von Agatha Christie gibt es jedoch 12 Krimis und 20 Kurzgeschichten von und mit Miss Marple, da wäre noch soooo viel Potential gewesen…..

Für Agatha Christie war Margaret Rutherford zunächst jedoch die totale Fehlbesetzung. In ihren Krimis beschreibt sie die Detektivin als eine kultivierte, gärtnerisch aktive, hochgewachsene, strickende und zerbrechliche ältere Dame  – also das totale Gegenteil der stämmigen, agilen (nur einmal strickenden, soweit ich mich erinnern kann) Margaret Rutherford. Erst in späteren Jahren näherten sich die beiden Frauen an und wurden schließlich sogar Freundinnen.

Ich liebe diesen Tanz……mit Mr. Stringer ❤

Ihre Beliebtheit und ihre schauspielerischen Leistungen wurden gewürdigt: 1961 wurde sie Officer of the British Empire, 1967 Dame Commander of the British Empire. 1964 erhielt sie den Oscar, sowie den Golden Globe als beste Nebendarstellerin im Film „Hotel International“ mit Liz Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen. Darin spielte sie 71-jährig eine Herzogin in Geldnöten. Aber auch ihrem Gatten verschaffte sie eine Rolle in ihrer Nähe, Stringer Davis spielt einen Zimmerkellner…..

Ihren letzten Film drehte sie 1967 mit Charlie Chaplin „Die Gräfin von Hongkong“ mit Sophia Loren. Rutherford spielte – wie immer – die skurrile alte Jungfer. Im selben Jahr stürzte sie und brach sich die Hüfte. Danach war sie weitgehend an den Rollstuhl gefesselt und konnte kaum das Haus verlassen. Außerdem litt sie an einer Alzheimer Erkrankung. Ihr fehlten die Einnahmen und sie verarmte. Unterstützung kam von unerwarteter Seite, in Form einer großzügigen Spende des damaligen Premierministers Edward Heath und auch diskrete Zuwendungen des Königshauses verbesserten ihre Lage. Sie starb am 22. Mai 1972 kurz nach ihrem 80. Geburtstag an einer Lungenentzündung. Ihr Mann überlebte sie nur um ein Jahr. ❤

Freunde, Kollegen, Weggefährten über sie:

Infos:
http://www.hoerzu.de/wissen-service/wissen/wer-war-miss-marple-wirklich

Ganz viele Infos gibt es auch hier: http://www.margaretrutherford.com/wutestduschon.htm

http://www.margaretrutherford.com/kurz-biografie.htm

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27 Antworten zu Miss Marple – Margareth Rutherford

  1. schauwerte schreibt:

    Ich liebe sie! und Mr. Stringer!

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  2. Myriade schreibt:

    Interessant, danke. Gefühltermaßen hätte ich gedacht, dass es viel mehr als 12 Ms Marple-Krimis gibt.

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  3. Die Poe schreibt:

    Oh, ich liebe die Miss Marple Filme!

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  4. Elanor schreibt:

    Sie ist die einzig wahre Miss Marple. ❤
    Ich kann die Filme heute noch schauen, ohne sie albern oder allzu langsam zu finden (und das kann ich leider nicht von allen Filmen sagen, die ich in meiner Kindheit geliiiiiebt habe – ach Winnetou…).

    Gefällt 2 Personen

    • suzy schreibt:

      Das geht mir wie Dir! Miss Marple, gerne und jederzeit! Winnetou ist schon ein bisschen albern. Ist Dir auch aufgefallen, dass da trotz heftigem Gefecht nie Tote rumliegen? Habe die Winnteous mit den Kids gesehen aber es ist schon grenzwertig 🙂

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  5. Guylty schreibt:

    Ach ja… die einzige, unerreichte Miss Marple. Schade, dass keiner der Filme auf YT steht. Ich hätte jetzt mal wieder Lust auf einen der Filme und würde ihn gerne der nächsten Generation ans Herz legen…

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  6. kowkla123 schreibt:

    finde ich immer noch toll, wünsche einen schönen Sonnentag

    Gefällt 1 Person

  7. Silberdistel schreibt:

    Die Filme stehen auch in meiner DVD-Sammlung. Ich liebe diese Filme und ich habe sie bereits unzählige Male gesehen. Interessant fand ich in Deinem Post auch die biografischen Details zu M. R. Die kannte ich noch nicht.
    Ein sehr schöner und interessanter Post.
    Liebe Grüße von der Silberdistel und ein Dankeschön für Deinen Besuch und Kommentar bei mir

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    • suzy schreibt:

      Hallo und willkommen Silberdistel! So oft ich diese Filme auch gesehen habe, über die Frau die dahinter steht wusste ich auch nichts, fand es aber sehr interessant das alles im Internet zu lesen!

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  8. Ulrike Sokul schreibt:

    Ich kann Dir nur begeistert zustimmen. Es kann nur eine filmische Miss Marple geben und die ist Margaret Rutherford! Ich habe alle vier Filme auf DVD und schaue sie immer mal wieder gerne auch im Originalton an.
    In der dreibändigen Kinderbuchreihe von Andreas Steinhöfel: „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ schauen die Kinder bei einer netten älteren Nachbarin auch gerne Miss Marple.
    Vielleicht funktioniert auf diesem Wege der Transport zur jüngeren Generation.
    Wenn ich die Titelmelodie höre, bekomme ich sofort schwungvoll gute Laune!
    Nachtaktive Grüße 🙂

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  9. Paleica schreibt:

    meine eltern mochten solche filme ja gar nicht, drum hab ich das als kind nur selten gesehen. aber ich hab doch auch öfter mal irgendwo reingeschaut und mochte margaret rutherford als miss marple wirklich gern! wahnsinn, welche geschichten sich hinter manchen schauspielern verstecken…

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  10. Esther schreibt:

    Ah, schön! Ich muss gestehen, dass is sehr wenige Miss Marple Filme gesehen habe. Ich habe erst später Krimis mögen gelernt und daher wenige gesehen. Schön. um hier mehr über zu lesen!

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