Jobs für Flüchtlinge? Jobs for refugees?

Ja, irgendwann schon  – aber der Weg ist weit 😦

You will find Servetus translation below! Thank you serv ❤

Seit mehr als einem Monat arbeite ich jetzt im Jobcenter, genauer gesagt im Integration Point wo wir Flüchtlinge, die einen positiven Asylbescheid erhalten haben, in Arbeit vermitteln sollen.
Theoretisch – denn der Weg dahin ist lang und schwer!
Da ich versucht habe arabisch zu lernen, meine Erlebnisse finden sich hier, kann ich mir so ein kleines bisschen vorstellen wie schwer es für sie ist, Deutsch zu lernen.

Von den angekündigten Schulungen hatte ich bisher noch – Keine! Zum Glück bin ich hier in ein sehr motiviertes Team geraten, mit sehr netten Kollegen, die mich intensiv einarbeiten. Das sieht ungefähr so aus: Ich sitze bei den Gesprächen dabei die meine Kollegen führen, der Ablauf bei sogenannten Erstgesprächen ist immer ziemlich ähnlich und notiere mir alles. Learning by doing, danach gebe ich alle Infos ins System ein….
Ab nächste Woche werde ich ins kalte Wasser geworfen, führe meine eigenen Gespräche – allein 🙂 und wahrscheinlich ziemlich chaotisch 🙂
Dabei sprechen wir hier Deutsch, Englisch (so viel Englisch habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesprochen) oder wir haben, wenn gerade einer verfügbar ist, einen Dolmetscher dabei mit arabisch, persisch, kurdisch, türkisch 🙂 Nur Tigrinia (das sprechen die Menschen aus Eritrea) sprechen wir leider nicht 😦

‚Erstgespräch‘ bedeutet, der Flüchtling hat endlich den positiven Asylbescheid erhalten, das Sozialamt hat ihm/ihr gekündigt, der Bescheid vom Sozialamt ist manchmal schneller als der positive Bescheid vom BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) und dann kommen sie ins Jobcenter um die monatliche Unterstützung und das Wohngeld neu zu beantragen. Die Daten werden aufgenommen, erfasst werden von uns Schulbildung, Lebenslauf, besondere Kenntnisse – um sie irgenwann später, wenn sie dann Deutsch gelernt haben, mittels eines Praktikums, Qualifizierungen oder Fortbildungen in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Und Deutsch müssen sie lernen. Man sagt ein B1 Niveau ist notwendig für ungelernte Tätigkeiten, B2 für eine „nomale“ Tätigkeit im Handwerk, Alltag, Kommunikation mit Kunden…… Wer studieren will braucht mindestens C1 Niveau oder beser mehr….
Die Sprachniveaustufen finden sich hier: http://www.europaeischer-referenzrahmen.de/sprachniveau.php

Und das haben sie natürlich fast alle nicht 😦
Obowohl – sas syrische Schulsystem war gut aufgestellt. Viele Syrer haben 12 Jahre Schulbildung durchlaufen und einen Abschluss der unserem Abitur entspricht (muss offiziell anerkannt werden). Viele sprechen sehr gut Englisch und wissen wie man lernt. Aber sie kommen mit einem A0 oder A1 Niveau hier an und ihnen steht eine lange Zeit des Lernens bevor. Sind sie noch beim Sozialamt, sprich haben sie die Anerkennung noch nicht, dann können Sie einen Antrag beim BAMF für einen Integrationskurs stellen. Stammen sie aus den 4 anerkannten Herkunftsländern Syrien, Iran, Irak und Eritrea haben sie eigentlich eine sehr  gute Chance eine Integrationskursverpflichtung zu bekommen, d.h. sie könnten sofort starten wenn es freie Plätze gibt. Zur Zeit kommt jedoch irrsinnigerweise die Standardantwort zurück, dass sie noch nicht alle Unterlagen eingereicht haben und das „Spielchen“-  sprich die Antragstellung beginnt von neuem – verschenkte Zeit und/oder  Zermürbungstaktik?

Noch gibt es freie Plätze in den Deutschkursen, denn die Asylanerkennung dauert ewig. Zur Zeit warten sie ein gutes Jahr auf den Bescheid. Es gibt kein System, keine Regelmäßigkeit. Wir haben Menschen die erst im Januar oder Februar eingereist sind und schon einen Asylbescheid haben. Es gibt aber auch (das andere Extrem) Menschen die schon seit 20 Monaten hier sind und immer noch keinen Bescheid vom BAMF haben, seitdem Däumchen drehen und verzweifeln. Denn das ist die Kehrseite der Medaille, sie können noch so motiviert sein, noch so integrationsbereit, nach Monaten des Wartens, zur Untätigkeit verdammt, mit 3-4 Menschen im Zimmer die fremd sind, ist die Verzweiflung groß. Die monatelange Zwangsvergesellschaftung auf 20qm macht die jungen Menschen einfach nur krank! Sie versuchen sich Wohnungen aber kaum jemand will an sie vermieten. Die Stadt dürfen sie auch nicht wechseln wenn sie noch nicht anerkannt sind. Und nach dem gerade verabschiedeten Gesetz auch danach nicht mehr. Der Satz vom Sozialamt ist extrem niedrig, hier bei uns darf ein Alleinstehende/r ein Zimmer mit max. 25 qm zu 150 Euro mieten, da ist einfach nichts auf dem Markt. 😦

Sobald sie ihren positiven Bescheid haben und zum Jobcenter kommen ändert sich das, dann dürfen sie mehr qm anmieten und die Mietpreise sind marktnah. Was immer noch nichts daran ändert, dass viele nicht an das Jobcenter (denn das bezahlt die Miete) vermieten wollen. Ich habe bei meinen Eltern erlebt was deutsche Mietnomaden anrichten können, ich würde sofort ans Jobcenter und eine nette Familie vermieten!
Wer endlich bei uns im Jobcenter ankommt, darf spätestens jetzt einen Deutschkurs besuchen, für Jugendliche unter 25 Jahren gibt es einen speziellen Jugendintegrationskurs. Hier lernen sie schneller, es sind Praktika dabei, bei der Berufsfindung und Berufswahl gibt es Unterstützung, ein gutes System! Denn unter 25-Jährige dürfen noch eine Ausbildung machen, unter 18-jährige dürfen zur Schule gehen…..beste Voraussetzunge für eine gelungene Integration!

Für Analphabeten, es sind v.a. Frauen, sind in vielen Städten nicht genügend Kurse vorhanden, da es an Dozenten fehlt, habe ich  mir sagen lassen 😦 Und gerade sie werden besonders lang lernen müssen. Denn lernen müssen sie, der Besuch der Kurse ist Pflicht! Und ehrlich? Die meisten sind froh, dass sie endlich lernen dürfen!!! Aber es erfordert Disziplin und – lernen, lernen, lernen. Sie müssen das was sie morgens gelernt haben mittags wiederholen, ganz egal ob die Kinder von der Schule kommen oder eingekauft werden muss….. wer das nicht macht stellt ganz schnell fest dass er den Anschluss verliert und ist zutiefst frustriert. Wenn sich 4 oder 6 Personen ein Zimmer auf Dauer teilen müssen ist das konzentrierte Lernen ganz schön schwer!
Zur zeit überlegen wir im Heim, die Bewohner sagen Camp, ob wir vom klassischen Deutschunterricht auf spezielle Nachhilfe für die Integrationskurse umsatteln um die Kursteilnehmer zu unterstützen.

Wenn ich Abends nach Hause komme, versuche ich für einige der Flüchtlinge, die irgendwann mal mit einem Anliegen zu mir gekommen sind und an mir kleben geblieben sind (in positivstem Sinne) oder die mir einfach besonders ans Herz gewachsen sind (davon gibt es eine ganze Menge), eine Integrationskursverpflichtung über das BAMF und dann auch einen Platz im Kurs zu bekommen oder was noch viel schwieriger ist – eine Wohnung zu finden.Daran verzweifeln wir gerade alle gerade so ein bisschen 😦

Manchmal geht das Schicksal seltsame Wege und man trifft faszinierende Menschen die den ganzen Aufwand hoffentlich wert sind. Sehr liebenswerte Familien, oder Einzelpersönlichkeiten, oft nur ein bisschen älter als meine Söhne, die mich irgendwie ‚eingefangen‘ haben, wo die Chemie stimmt und für die ich mich einfach nur sehr gerne einsetze um ihre Lebenssituation ein kleines bisschen menschlicher zu machen.
Denn obwohl sie zu Fuß und auf dem Meer viele hunderte Kilometer hierhergewandert sind, sind sie bei den Behörden oder Ärzten völlig überfordert, Pünktlichkeit muss geübt werden, dass es für das Schwarzfahren Knöllchen gibt müssen sie schmerzhaft lernen 😦
Aber ehrlich – auch meine Kinder würden in einer solchen Situation hoffnungslos baden gehen ❤

Am Anfang habe ich noch gedacht ich bin verrückt, mich so zu engagieren, mich emotional so reinzuhängen (oft wache ich Nachts um 4 Uhr auf und die Gedanken rotieren), aber es ist unglaublich befriedigend wenn man ein bisschen was erreichen kann …… tatsächlich habe ich schon einige wenige bei meinen Kollegen in der Agentur für Arbeit (die sind für sie zuständig solange sie nicht anerkannt sind) in speziellen Maßnahmen unterbringen können. Die kleinen Erfolge machen Mut…. 🙂
Aber die Realität in meinem Büro zeigt mir – ich bin nicht die einzige Verrückte! 🙂 Meine Kollegen sind zum Glück genauso engagiert und den Satz: „den haben wir quasi adoptiert“ habe ich inzwischen schon mehrfach in den unterschiedlichsten Ausprägungen von Ehrenamtlichen gehört, mit sie mit ihren Schützlingen bei mir im Büro saßen. 😉
Und natürlich sind diese Refugees dann schon besonders weit wenn es um Deutschkenntnisse und/oder Integration geht! Unterstützung bewirkt soooo viel!

Mögen sich noch ganz viele ander Verrückte finden 🙂

Jobs for Refugees?

Yes, sometime definitely — but the path is long

I’ve been working for more than a month now in a job center, or more exactly, in the integration office where we are supposed to match up refugees (who have received a positive notice about their asylum status) with work. Theoretically — because the path to that destination is long and difficult!
As I have tried to learn Arabic (which i discussed earlier), I can imagine just a little how hard it is for them to learn German.

Of the training I was promised I haven’t yet had any! Luckily I’m a member of a very motivated team with nice colleagues who are working me in intensively. This is how it looks: I sit in on the conversations that my colleagues are holding; procedure in the initial conversations is always quite similar, and I make notes of everything. Learning by doing, after that I enter all the information in the system …
Beginning next week I’ll be thrown right in and hold my own conversations — alone:-) and probably quite chaotically:-)
In these conversations we speak German, English (I have never spoken so much English in my entire life) or we have, if one of them is available, a translator present for Arabic, Persian, Kurdish, or Turkish:-) Unfortunately we do not have Tigrinia (spoken by people from Eritrea)😦

„Initial conversation“ means that the refugees have finally received a positive notice regarding their application for asylum, the social welfare office has let them know (the announcement from the social welfare office is sometimes faster than the one from the BAMF [Federal Office for Migration and Refugees]) and then they come to the job center to re-apply for monthly support and housing payments. [This is because at this point the institution responsible for paying these costs changes — Serv.] Personal data are taken and recorded by us about education, life experiences, special knowledge – so that later, when they have learned German, they can be integrated into the job market via an internship, taking qualifications, or further educational courses.
And they have to learn German. A B1 level is necessary for unskilled occupations, B2 for a „normal“ occupation in the trades, everyday life, communication with customers …… those who want to study at a university need at least a C1 level but are better off with more … [These classifications refer to official speech assessments — you can read about them in German here:
Die Sprachniveaustufen finden sich hier: http://www.europaeischer-referenzrahmen.de/sprachniveau.php ]

And of course, almost none of them have learned that much German 😦
Although — the Syrian school system was well structured. Many Syrians have finished twelve years of school and have a diploma that corresponds to our Abitur [the school-leaving certification that permits university entry in Germany –Serv], which has to be officially recognized. Many speak very good English and know how to learn. But they arrive with an A0 or A1 level of German and a long period of learning ahead of them. If they are still supervised by the social welfare office (i.e., they have not yet received the initial notice of their recognition as asylum seekers), they can request an integration course from the BAMF. If they come from one of the four recognized countries of origin, Syria, Iran, Iraq or Eritrea, they have a good chance to receive an „integration course requirement,“ which means they can start in a course the moment there are open seats. Right now, however, the BAMF is replying with a standard answer that the applicant has not yet submitted all the necessary documents and the „game“ — which means starting the application again from the beginning — continues. Wasted time or an attempt to wear them out?

There are still some open seats in German courses because the application for asylum takes forever. At the moment they are waiting a good year for the necessary initial recognition to get access to the course. There’s no system or regular pattern. We have some people who arrived here in January or February and already have their status recognized. But there are also (the other extreme) people who have been here 20 months and still don’t have any notice from the BAMF, who are twiddling their thumbs and despairing. Because that’s the flipside of the coin: no matter how motivated they are, how prepared to integrate themselves, after months of waiting, condemned to inactivity with 3-4 strangers in a room, their despair is great. Month-long forced contact in a room that is 20 square meters makes these young people ill! They try to find apartments but hardly anyone wants to rent to them. They are not allowed to look in other cities until their asylum application is recognized. And, following the recent law, they will not be allowed to move even after recognition. The allotment from the social welfare office is extremely low; here in our region, a single person may rent a room up to 25 square meters for 150 Euros, but there is nothing available at that price in our housing market.

As soon as they have the recognition and come to the job center that changes; then they are allowed to rent a larger space and the amount of the subsidy approaches market price. That doesn’t change the fact that many landlords don’t want to rent to tenants subsidized by the job center, which pays the rent. [I left out a sentence here –Serv.]

Those who reach the job center stage of the process can then (if they haven’t before) take a German class. For youth under 25 years there is a special youth integration class. At this age they learn faster, internships are included, there is support for career exploration and selection, a good system! Because those under 25 can still do an apprenticeship, and those under 18 can go to school ….. these are the best preconditions for a successful integration!

For illiterate people, who are above all women, there are not enough courses in most cities, as teachers are lacking (or so I have been told). And just these people will need to study for a long time. Because they have to — they are required to take the class! And honestly? Most of them are happy that they are finally allowed to study!!! But it requires discipline and — review, review, review. They have to go over what they learned in the morning during the afternoon, whether or not the children come home from school or they need to go shopping ….. those who don’t do it learn quickly that they fall behind and become deeply frustrated. When four or six people are sharing a room for a long period, concentrated study is really difficult!
At the moment in the residence for the refugees (the residents call it a „camp“), we are considering whether we should switch from traditional German instruction to special tutoring for the integration courses, in order to support the participants.

When I get home at night, I try to help some refugees — people who asked me for help at some point and „stuck“ to me (in a positive sense) or to whom I’ve become close (there are quite a few) — to find an integration class from the BAMF and get a seat in it, or what’s harder, an apartment. We’re all getting a little desperate about that at the moment 😦

Sometimes fate travels unusual paths and one meets fascinating people who are hopefully worth all the effort. Very gracious families, or individual personalities, often just a little older than my sons, who somehow have „captured“ me, where the chemistry is right and for whom I really like to exert myself in order to make their life situation a bit more humane.
Because even though they have wandered here on foot and by sea over many hundreds of kilometers, they are completely overwhelmed by the bureaucracy or at the doctor’s office, punctuality needs to be practiced, they have to learn painfully that there are penalties for riding public transportation without a ticket.😦
But honestly — even my children would drown hopelessly in a comparable situation ❤

At the beginning I thought I was crazy to get so involved, to commit myself emotionally (I wake up at 4 in the morning a lot with my thoughts chasing themselves), but it is unbelievably satisfying when one achieves just a little …… and I have actually been able to get some of these people enrolled in special classes with my colleagues at the job center (which is responsible for them until they have the final recognition of their asylum status) Little successes give me courage ….:-)

But the reality in my office demonstrates that I am not the only crazy one!:-) Luckily, my colleagues are just as engaged and I have heard different versions of the phrase „we have sort of adopted him“ several times now from volunteers who are sitting with their protegés in my office.😉
And of course these refugees are then a lot further when it comes to German knowledge and/or integration. Support helps SO much!

Hopefully there will be a lot more crazy people this like.

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37 Antworten zu Jobs für Flüchtlinge? Jobs for refugees?

  1. Guylty schreibt:

    Auch wenn hier die Grenzen der praktischen Umsetzung von Integration deutlich werden, hinterlässt dein Bericht bei mir doch ein positives Gefühl. Ich bin vor allem beruhigt, dass im Amt Menschen mit Verständnis sitzen, die eigentlich der Problematik aufgeschlossen gegenüber stehen, aber eben auch an den Gegebenheiten scheitern. Schön ist es auch zu wissen, dass wirklich Integrationswillen vorliegt – und dass es auch bereits gelungene Beispiele gibt, und dass sich Einheimische um Asylbewerber kümmern.
    Hast du das Video von Amnesty International Polen gesehen, wo sich ein Flüchtling und ein Einheimischer 4 Minuten lang nur in die Augen gucken sollen? Fand ich sehr berührend.

    Gefällt 6 Personen

  2. PPawlo schreibt:

    Dank für deine interessanten Infos und weiterhin viel Kraft und „Erfolge“. Das Video ist sehr berührend!

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  3. sylviawaldfrau schreibt:

    Mein Mann ist Ausländer, deshalb weiß ich wie lange und schwer der Weg ist. Ich bewundere alle die sich einsetzen, damit Integration gelingt. Als Partner ist es ein sehr schwerer Weg und manchmal zweifle ich daran, dass es immer gelingt.

    Gefällt 2 Personen

    • suzy schreibt:

      Oh ja,das kann ich gut nachvollziehen. Hier prallen 2 völlig verschiendene Welten aufeinander die sich erstmal annähern müssen. Wenn man sich liebt ist die Ausgangsvoraussetzung eine bessere, aber den täglichen Alltag, der mit all den vielen „Verschiedenheiten“ gemeistert werden muss, stelle ich mir sehr anstrengend vor!

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  4. arnoldnuremberg schreibt:

    Danke für den Beitrag und das kreative Engagement, dazu viel Erfolg und Zuversicht!

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  5. Martina Ramsauer schreibt:

    Dein letzter Satz: „Unterstützung bewirkt soooo viel!“ gilt für alle Menschen und tut auch mir gut! Es freut mich, dass du dich so sehr engagierst und sicherlich mit deinen Kollegen und Flüchtlingen ganz aussergewöhnliche Erfahrungen machst. Ich halte dir den Daumen, liebe Suzy und mach weiter mit Arabisch! Cari saluti Martina

    Gefällt 1 Person

    • suzy schreibt:

      Oh für das Arabisch habe ich momentan keine Zeit, leider. Der Berg ist mir momentan zu hoch. Ich suche Wohnungen und demnächst ist eine Aktion geplant für alle die Vielen, die immer noch keinen Kurs und nur eine BÜMA haben, sprich noch gar keinen Antrag stellen durften. Das kostet zuviel Zeit. Aber ja, man macht aussergewöhnliche Erfahrungen und so viele Positive! Das macht einfach Spaß 🙂 Liebe Grüße ❤ und ein schönes Wochenende!

      Gefällt 1 Person

  6. Servetus schreibt:

    Jobs for Refugees?

    Yes, sometime definitely — but the path is long

    I’ve been working for more than a month now in a job center, or more exactly, in the integration office where we are supposed to match up refugees (who have received a positive notice about their asylum status) with work. Theoretically — because the path to that destination is long and difficult!
    As I have tried to learn Arabic (which i discussed earlier), I can imagine just a little how hard it is for them to learn German.

    Of the training I was promised I haven’t yet had any! Luckily I’m a member of a very motivated team with nice colleagues who are working me in intensively. This is how it looks: I sit in on the conversations that my colleagues are holding; procedure in the initial conversations is always quite similar, and I make notes of everything. Learning by doing, after that I enter all the information in the system …
    Beginning next week I’ll be thrown right in and hold my own conversations — alone 🙂 and probably quite chaotically 🙂
    In these conversations we speak German, English (I have never spoken so much English in my entire life) or we have, if one of them is available, a translator present for Arabic, Persian, Kurdish, or Turkish 🙂 Unfortunately we do not have Tigrinia (spoken by people from Eritrea)😦

    „Initial conversation“ means that the refugees have finally received a positive notice regarding their application for asylum, the social welfare office has let them know (the announcement from the social welfare office is sometimes faster than the one from the BAMF [Federal Office for Migration and Refugees]) and then they come to the job center to re-apply for monthly support and housing payments. [This is because at this point the institution responsible for paying these costs changes — Serv.] Personal data are taken and recorded by us about education, life experiences, special knowledge – so that later, when they have learned German, they can be integrated into the job market via an internship, taking qualifications, or further educational courses.
    And they have to learn German. A B1 level is necessary for unskilled occupations, B2 for a „normal“ occupation in the trades, everyday life, communication with customers …… those who want to study at a university need at least a C1 level but are better off with more … [These classifications refer to official speech assessments — you can read about them in German here:
    Die Sprachniveaustufen finden sich hier: http://www.europaeischer-referenzrahmen.de/sprachniveau.php ]

    And of course, almost none of them have learned that much German 😦
    Although — the Syrian school system was well structured. Many Syrians have finished twelve years of school and have a diploma that corresponds to our Abitur [the school-leaving certification that permits university entry in Germany –Serv], which has to be officially recognized. Many speak very good English and know how to learn. But they arrive with an A0 or A1 level of German and a long period of learning ahead of them. If they are still supervised by the social welfare office (i.e., they have not yet received the initial notice of their recognition as asylum seekers), they can request an integration course from the BAMF. If they come from one of the four recognized countries of origin, Syria, Iran, Iraq or Eritrea, they have a good chance to receive an „integration course requirement,“ which means they can start in a course the moment there are open seats. Right now, however, the BAMF is replying with a standard answer that the applicant has not yet submitted all the necessary documents and the „game“ — which means starting the application again from the beginning — continues. Wasted time or an attempt to wear them out?

    There are still some open seats in German courses because the application for asylum takes forever. At the moment they are waiting a good year for the necessary initial recognition to get access to the course. There’s no system or regular pattern. We have some people who arrived here in January or February and already have their status recognized. But there are also (the other extreme) people who have been here 20 months and still don’t have any notice from the BAMF, who are twiddling their thumbs and despairing. Because that’s the flipside of the coin: no matter how motivated they are, how prepared to integrate themselves, after months of waiting, condemned to inactivity with 3-4 strangers in a room, their despair is great. Month-long forced contact in a room that is 20 square meters makes these young people ill! They try to find apartments but hardly anyone wants to rent to them. They are not allowed to look in other cities until their asylum application is recognized. And, following the recent law, they will not be allowed to move even after recognition. The allotment from the social welfare office is extremely low; here in our region, a single person may rent a room up to 25 square meters for 150 Euros, but there is nothing available at that price in our housing market.

    As soon as they have the recognition and come to the job center that changes; then they are allowed to rent a larger space and the amount of the subsidy approaches market price. That doesn’t change the fact that many landlords don’t want to rent to tenants subsidized by the job center, which pays the rent. [I left out a sentence here –Serv.]

    Those who reach the job center stage of the process can then (if they haven’t before) take a German class. For youth under 25 years there is a special youth integration class. At this age they learn faster, internships are included, there is support for career exploration and selection, a good system! Because those under 25 can still do an apprenticeship, and those under 18 can go to school ….. these are the best preconditions for a successful integration!

    For illiterate people, who are above all women, there are not enough courses in most cities, as teachers are lacking (or so I have been told). And just these people will need to study for a long time. Because they have to — they are required to take the class! And honestly? Most of them are happy that they are finally allowed to study!!! But it requires discipline and — review, review, review. They have to go over what they learned in the morning during the afternoon, whether or not the children come home from school or they need to go shopping ….. those who don’t do it learn quickly that they fall behind and become deeply frustrated. When four or six people are sharing a room for a long period, concentrated study is really difficult!
    At the moment in the residence for the refugees (the residents call it a „camp“), we are considering whether we should switch from traditional German instruction to special tutoring for the integration courses, in order to support the participants.

    When I get home at night, I try to help some refugees — people who asked me for help at some point and „stuck“ to me (in a positive sense) or to whom I’ve become close (there are quite a few) — to find an integration class from the BAMF and get a seat in it, or what’s harder, an apartment. We’re all getting a little desperate about that at the moment 😦

    Sometimes fate travels unusual paths and one meets fascinating people who are hopefully worth all the effort. Very gracious families, or individual personalities, often just a little older than my sons, who somehow have „captured“ me, where the chemistry is right and for whom I really like to exert myself in order to make their life situation a bit more humane.
    Because even though they have wandered here on foot and by sea over many hundreds of kilometers, they are completely overwhelmed by the bureaucracy or at the doctor’s office, punctuality needs to be practiced, they have to learn painfully that there are penalties for riding public transportation without a ticket.😦
    But honestly — even my children would drown hopelessly in a comparable situation ❤

    At the beginning I thought I was crazy to get so involved, to commit myself emotionally (I wake up at 4 in the morning a lot with my thoughts chasing themselves), but it is unbelievably satisfying when one achieves just a little …… and I have actually been able to get some of these people enrolled in special classes with my colleagues at the job center (which is responsible for them until they have the final recognition of their asylum status) Little successes give me courage ….:-)

    But the reality in my office demonstrates that I am not the only crazy one!:-) Luckily, my colleagues are just as engaged and I have heard different versions of the phrase „we have sort of adopted him“ several times now from volunteers who are sitting with their protegés in my office.😉
    And of course these refugees are then a lot further when it comes to German knowledge and/or integration. Support helps SO much!

    Hopefully there will be a lot more crazy people this like.

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  7. Pingback: Suzy learns how to find jobs for refugees in Germany #richardarmitage | Me + Richard Armitage

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  9. Esther schreibt:

    Oh, schön das alles zu lesen. Du machst da wirklich tolle Arbeit! Drücke Dir weiterhin die Daumen, dass Du viel erreichen kannst!

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  10. CraMERRY schreibt:

    Du machst echt einen guten Job! Chapeau 😀
    Ich habe am WE was interessantes von meiner Schwägerin zum Thema Pünktlichkeit gehört. Eine Bekannte berichtete ihr, dass die Flüchtlinge immer zu spät zu den Kursen kämen. Meine Schwägerin ist eine Schlaue und kam darauf, dass man den Leuten immer sagt, dass der Kurs um xxUhr „losgeht“. Na ist doch klar, dass der Teilnehmer dann auch erst „losgeht“ zum Kurs. Die dt. Sprache ist da tückisch 😉

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    • Servetus schreibt:

      I found Germany a little confusing on this point myself. Punctuality is very important — but everything at a university starts 10 minutes late! c.t. ??? what the heck.

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      • CraMERRY schreibt:

        Also DIESES Problem ist ganz klar Schlamperei 😂 Denn der gemeine Deutsche begreift sehr wohl die Bedeutung von losgehen i.S. von beginnen. Da gibt’s keine Entschuldigung!

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        • Servetus schreibt:

          yeah, I was confused. In my German-American family / community, five minutes early is on time.

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          • CraMERRY schreibt:

            Du, entweder man hat es, oder man hat es nicht. Dieses Gefühl für Pünktlichkeit. Ich glaube, das ist genetisch bedingt 😂 Ich bin auch automatisch pünktlich. 😀

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            • suzy schreibt:

              Ja das stimmt, viele sind zu spät! Einige rennen in den Kursraum sobald sie mich sehen und ich muss ihnen sagen sie haben noch 20 Minuten zeit. Die anderen schlurpen irgendwann 10 Minuten zu spät rein, es gibt beides 🙂
              Im Büro sind sie schon mal 4 Std. zu früh und sind beleidigt wenn sie erst zu ihrem Termin drankommen. Oder 1 Std. zu spät und auch beleidigt wenn sie dann warten müssen 🙂 Aber das ist eher die Ausnahme, die Meisten sind pünktlich! 🙂

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          • suzy schreibt:

            No, not in Germany! But 5 Minutes early is always okay. Important appointments, I´m alwyays 10 Minutes early…..

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  11. Herba schreibt:

    Danke für den Bericht und Dein Engagement, dafür ziehe ich wirklich den Hut!!!

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  12. Elanor schreibt:

    Hat sich das nicht wunderbar gefügt, dass du nun einen so sinnvollen Job machst, der dir auch noch sehr zu liegen scheint (so kommt es mir jedenfalls vor). Sicherlich ist das nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber das ist immer so, wenn man mit Menschen arbeitet und Verantwortung übernimmt. Liebe Grüße und eine gute Woche für dich.

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    • suzy schreibt:

      Ja das wäre super, wenn es irgendeine Form von Zukunft hätte. Allerdings gibt es keine Planstellen. Meine Kollegin muss jetzt im Juni gehen, dafür kommt eine neue befristete Kraft 😦

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      • Elanor schreibt:

        Ist deine Stelle auch nur befristet? Das war mir nicht klar.
        Wahrscheinlich wollen sie sich wieder mal alle Optionen offen lassen und warten wie lange sie so viele Mitarbeiterinnen brauchen. Sozial ist das nicht.

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        • suzy schreibt:

          Ja, für ein Jahr 😦 Und dann vielleicht noch ein weiteres Jahr 😦 und es gibt keine Planstellen, dieses Jahr nicht, im nächsten vielleicht….obwohl sie immer wieder versprochen werden. Aber bis dahin dürfte ich alle „meine“ Flüchtlinge durch haben.

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  13. Hariclea schreibt:

    Freue mich dass es wenigstens ein paar positive Geschichten gibt im neuen Job auch wenn die Wartezeiten und der Papierkram sicher frustrierend sind, arme Leute. Das mit der Punktilichkeit lernt man dann auch noch 😉 Aber naturlich problematisch die Dependenz von Dokumenten denn sicher kommen viele selber ohne Pass usw an. Sie haben aber Gluck dass bei euch so viele Leute mit Herz und Mut bei der Sache sind 🙂

    Gefällt 1 Person

    • suzy schreibt:

      Heute hat meine Lieblingsfamilie im Heim ihren positiven Bescheid bekommen! Ich wurde zum Kaffee und Gebäck eingeladen und heute Abend ist Party 🙂 Sie freuen sich unglaublich. Für Dienstag habe ich sie bei mir im JObcenter und das macht unglaublich happy! Wenn man ihnen endlich das geben kann was sie sich wünschen: Eine Bleibeperspektive, eine Zukunft, einen Deutschkurs und vielleicht eine Wohnung weil es vom Jobcenter mehr Geld für Wohnungen gibt als vom Sozialamt. Ein guter Tag heute!!

      Gefällt 2 Personen

  14. Anhora schreibt:

    Das ist ja ein wirklich interessanter und aufschlussreicher Bericht! Ich gehöre nämlich auch zu den Verrückten, die daran glauben, dass Integration möglich ist. Ich arbeite in einer Einrichtung, die Sprach- und Integrationskurse anbietet, und die Leute werden vom Jobcenter vermittelt. Ich gehe oft nach der Arbeit nach Hause mit dem Gefühl, den richtigen Job zu haben. 🙂

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    • suzy schreibt:

      Wie schön, noch eine „Verrückte“ 🙂 Es gibt sooo viele die wirklich lernen wollen und hier „ankommen“ wollen mit ihrer Familie. Wenn wir (und damit meine ich uns alle) das hier nicht vergeigen haben wir eine große Chance auf viele neue liebenswerte Menschen hier bei uns 🙂
      Gibst Du Kurse oder bist Du in der Verwaltung?

      Gefällt 1 Person

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