Schicksal?

Ich lese gerade den neuen Zafón „Das Labyrinth der Lichter“, der zwar gut ist, mich aber lange nicht so fasziniert wie der „Schatten des Windes“ über den ich  hier geschrieben habe. Aber es gibt eine Stelle, die mich beschäftigt (S. 73, Hardcover):

„Verlieren Sie die Hoffnung nicht. Wenn ich in dieser grauenhaften Welt etwas gelernt habe, dann das das Schicksal immer gleich um die Ecke lauert. Als wäre es ein Taschendieb, eine Hure oder ein Losverkäufer, seine drei abgegriffensten Verkörperungen. Und sollten Sie sich eines Tages entschließen, es zu suchen – denn Hausbesuche macht das Schicksal nicht -, dann werden Sie sehen, dass es Ihnen eine zweite Chance gibt.“

Ich hadere oft mit dem Schicksal. Nicht für mich, mir geht es gut, aber wenn ich die Bilder und Geschichten von Hungersnot, Flüchtlingselend und den sonstigen Katastrophen im Fernsehen sehe, dann frage ich mich manchmal wie das Schicksal oder Gott das zulassen kann. Dann verstehe ich die Welt nicht mehr und bin einfach nur wütend!
Wütend bin ich auch gerade auf meinen eigenen Werdegang. Ich habe mich in den letzten Monaten oft gefragt warum ich an diesen 3 Tagen vor Weihnachten 2015 in dieses Flüchtlingsheim gegangen bin um Möbel aufzubauen. Das hat mein Leben grundlegend verändert. Wäre ich nicht gegangen sähe mein Leben heute komplett anders aus. Ich hätte vielleicht noch eine unglückliche Ehe und mit Sicherheit einen anderen Job.
Diesen Job habe ich nur durch meine ehrenamtliche Tätigkeit für die Menschen bekommen die mir ans Herz gewachsen sind. Und dieser Job macht mir Spaß.
Ich merke jeden Tag wie ich ein kleines bisschen Etwas bewirken kann um anderen zu helfen.
Und vielleicht hadere ich gerade deswegen besonders mit dem Schicksal, dass mein Entfristungsgespräch nicht so wirklich gut gelaufen ist. Und dann frage ich mich wieso ich mir jetzt wahrscheinlich wieder einen neuen Job suchen muss, wo ich doch gerade das Gefühl habe zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein?

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Quelle: giphy

Glaubt Ihr an das Schicksal? Oder an Gottes Fügung oder wie man es auch immer nennen mag? Nein, ich möchte keine Diskussionen über den Glauben oder Gott, sondern stelle einfach die Frage in den Raum ob Ihr glaubt dass irgend etwas unsere Schritte lenkt, etwas vorbestimmt ist oder was auch immer?

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16 Antworten zu Schicksal?

  1. Guylty schreibt:

    Oh schade, es hat also mit der Entfristung nicht geklappt? Du hattest allerdings aber ja auch gesagt, dass es dafür mehr Nachfrage als freie Stellen gibt, insofern hoffe ich, dass du dir jetzt keine Vorwürfe machst.
    Denn ja, ich glaube daran, dass irgendetwas unsere Schritte lenkt. Ich glaube nicht an Gott, aber ich glaube an das Universum. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Universum irgendwie immer auf unserer Seite ist. Vielleicht ist es ja auch so etwas wie „Vertrauen darin, dass es immer weitergeht“, aber ich habe mehrfach selbst erlebt, dass eine Krise zum Neubeginn wurde. Eine neue Chance. Um bei deinem Thema zu bleiben: Mein Job bei einem namhaften amerikanischen Internetkonzern fiel 2009 außerordentlich überraschend der irischen Wirtschaftskrise zum Opfer. Ich hatte keine Ahnung, dass es mich treffen würde. Doch sage und schreibe am selben Tag, an dem mir mein Chef verkündete, dass ich raus bin, meldete sich ohne Aufforderung (und ohne zu wissen, dass ich gerade meinen Job verloren hatte) eine Freundin bei mir, um mir eine Mitarbeit bei ihrem Unternehmen anzubieten. Es ging wahrhaft eine Tür zu – und die nächste auf. Das Universum hat es für mich hingekriegt – ich bin endlich in einen meiner Traumberufe (den Journalismus) gewechselt, und dank fetter Abfindung konnte ich den Traum von meinem zweiten Studium (Fotografie) wahrmachen.
    Also – die Moral von der Geschicht‘: Vertrau dem Universum! Es arbeitet für dich. Mit dem Vertrauen darin machst du dir eine positivere Einstellung, die dich vermutlich auch öffnet und deine Laune – trotz Jobverlusts – vom Abdriften in die Depression zurückhält. Ich glaube jedenfalls fest daran, und es hat bei mir immer geklappt. Ich drücke dir die Daumen, dass bald eine neue Tür für dich aufgeht!

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    • suzy schreibt:

      Keine Ahnung ob das mit der Entfristung was wird, wir bekommen erst Ende Mai Antwort, aber mein Gefühl ist ja nicht gerade positiv, die Quote ist 5 auf eine Stelle und so hadere ich mit mir und der Situation…
      Das mit dem Job war natürlich große Klasse und wie man es auch immer nennen mag, das Schicksal hat den Weg für Dich bereitet. Finde ich gut,d ass Du daran glaubst ❤ Meine Schwester sagt auch immer, dass alles für etwas gut ist, also hoffe ich mal ganz fest darauf 🙂

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  2. Die Poe schreibt:

    Oh nein, das mit der Arbeit tut mir leid!

    Ich benutze zwar auch hin und wieder das Wort Schicksal, aber ich glaube nicht fest daran. Es ist mehr so unterschwellig, dass ich mich manchmal frage, woran es liegen mag, dass sich dieses jetzt aber wirklich glücklich gefügt hat oder hier alles auch ganz anders hätte laufen können, wenn das Schicksal es so gewollt hätte, aber meist ist mir das zu unwirklich. Denn wie müsste ich mir das vorstellen, dass dieses Schiksal als bunte Wolke durch die Gegend fliegt und hier mal Glitzer hinstreut und es passiert etwas Gutes und da streut es Scherben hin und alles geht schief?! Das ist so ungreifbar, dann höre ich wieder auf mir Gedanken zu machen und genieße den Moment oder versteck mich nochmal ein bißchen weiter unter der Bettdecke vor der bösen Welt.

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    • suzy schreibt:

      An den Glitzer kann ich auch nicht so recht glauben……bei mir hat er zumindest noch nie umfangreich gestreut 🙂 Allerdings verstecke ich mich nicht so gerne unter der Decke, abgesehen davon dass mich irgend jemand bestimmt wieder hervorzieht, so nach 2-3 Minuten meist die Kinder 🙂
      Aber den Moment genießen, das finde ich gut! Das Zusammensein mit der family oder Freunden, einen tollen Film, ein Konzert oder ein Theaterstück genießen, das koste ich richtig aus, da geht es mir wie Dir!

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  3. CraMERRY schreibt:

    Eigentlich möchte ich auch daran glauben, dass wir Menschen nicht dem Schicksal willenlos ausgeliefert sind. Der Idee, dass die Dinge, die mir zustoßen “ für irgendwas gut sind“, versuche ich zu glauben. Auch wenn ich mich oft frage, ob das nicht ein gigantischer Selbstbetrug ist. Andererseits führt für mich jede andere Haltung zwangsläufig dazu, dass ich zum absoluten Zyniker mutiere oder mir gleich die Kugel gebe könnte. Dann arbeite ich doch lieber mit einem gewissen Restoptimismus. Auch wenn das natürlich leichter gesagt, als getan ist 😬
    Und das Geeiere mit deinem Job ist echt entnervend! Drücke dir die Daumen.

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    • suzy schreibt:

      Ein bisschen Restoptimismus hat glaube ich jeder, sonst wäre mancher Lebensabschnitt nicht zu ertragen. Ich fände es auch krass wenn irgendwie alles vorherbestimmt wäre. Das würde ja bedeuten, dass wir Menschen keine Möglichkeit haben unser Leben in irgendeiner Form zu lenken 😦 Und das glaube ich schon, ob ich z.B. einen Job annehme oder nicht ist meine Willensentscheidung und hoffentlich nicht vom Schicksal bestimmt.

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  4. Esther schreibt:

    Ich weiss nicht, ob ich an Schicksal glaube, ich glaube eher an „chain of events“ und seinem Gefühl folgen. Man macht selber Sachen und andere machen Sachen und manchmal trifft das auf einander und muss der Kurs gewechselt werden.
    Menschen sind manchmal ein bisschien wie Wasser und nehmen gerne den Weg wo es am wenigsten Widerstand gibt. Dann komt ein Sturm auf, da kann man nicht drum herum und damit muss man irgendwie umgehen. Den Sturm kann man selbst verursachen, weil es irgendwo in einem Selbst nicht friedlich ist, das Gefühl dann wächst und man fühlt, dass man was machen muss, auch wenn es noch so klein ist! Diese kleine Aktion kann dann so langsam was grösseres Auslösen und wird dan letztendlich ein (kleiner oder grosser) Sturm. Es kann ja auch sein, dass der Sturm durch andere verursacht wird und es einem dann trifft. Man muss das irgendwie überleben und nachher verläuft der Strom dann immer irgendwie anders und hoffentlich nimmt es dann einen schönen Weg… Das Timing von Ereignissen kann manchmal sehr glücklich zusammentreffen (wie in Guyly’s Beispiel hier oben genannt), oder eben auch manchmal nicht. Das wird sich dann Schicksal nennen, aber ich glaube, dass man auch selber erkennen muss, wann man dieses Schicksal auch für sich selbst nutzen kann.
    Ich drück‘ Dir so fest die Daumen, dass Du weiterhin diese Arbeit machen kannst! Bei mir ist es so, dass ich weiss in welchen Branchen ich gerne arbeite, und bis jetzt habe ich eigentlich auch immer Arbeit gefunden, wo ich mich wohl fühle (wie jetzt). Wenn ich mich irgendwo nicht wohl gefühlt habe (ist vorgekommen) dann habe ich auf meinem Gefühl vertraut und was anderes gesucht und letztendlich auch gefunden. Irgendwie glaube ich, dass wenn Du wirklich so überzeugt weisst was Du willst, Du das auch letztendlich irgendwie wirklich schaffen wirst!

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    • suzy schreibt:

      Der Vergleich mit dem Sturm und dem Wasser gefällt mir! Ein bisschen kann man lenken wo man wie durch das Wasser geht oder sich dem Sturm entgegen stellt. Er gibt die Richtung vor, mehr aber nicht.
      Es freut mich sehr für Dich, dass Du Dich bei dem neuen Job wohlfühlst. Man verbringt soviel Zeit auf der Arbeit, da sollte man auch zufrieden sein 🙂
      Ja ich würde das wirklich gerne weiter machen, mal sehen ob das Schicksal zu meinen Gunsten entscheidet….

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  5. Servetus schreibt:

    I wish I knew. I was raised to believe that there is definitely a G-d who guides human affairs (and humans interfere with this process due to their exposure to sin). In my own life, so many things have seemed random more than anything else — I took German in college primarily because it met MWF at 10:30 and look where that led … well, maybe that says more about me than it does about G-d. I guess, although I’m really religious, I don’t believe that G-d really steers human destinies: my G-d is the clockmaker who starts the process but stays out of it afterwards. (I don’t think I could stand the idea that there is a force in the universe that actively wills or permits so much destruction and human suffering, even if I can’t believe that „all things work together for good for those who love G-d“ like I memorized as a child). Then again, I am definitely a historian and believe in the idea of path dependency, i.e., one events start in a certain direction it is difficult to change them.

    Although it’s impossible to say what happens next, due to the structure of time, I do tend to believe that in many cases we find the „good thing“ in the situation that turns out to be the „next thing.“ But I also think that says more about us than about G-d.

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    • suzy schreibt:

      Somebody said, god is like a father, looking for the mistakes of his kids. And kids have to learn through their mistakes. But I´m afraid, human beings cannot learn 😦
      I like your picture that he´s the clockmaker 🙂
      My sister also says that there´s always a good thing in every situation and I try to look for the good things in every bad situation….

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      • Servetus schreibt:

        It was suggested in the 17th century, I believe. It’s commonly attributed to Descartes but I’m not confident that’s the origin. It makes me feel better, anyway 🙂

        Best wishes for your next Vorstellungsgespräch!

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  6. Hedgehogess schreibt:

    Schicksal ist reiner Zufall, und es gibt keinen Gott. – Meine Meinung, sorry.

    Was dein … – *hüstel* – … „bescheiden“ gelaufenes Einstellungsgespräch betrifft … Bist du schon mal auf den Gedanken gekommen sowas zu sagen wie: „Ich weiß beim besten Willen nicht, was Sie sagen möchten. Bevor wir völlig aneinander vorbei reden – könnten Sie vielleicht nochmal anders formulieren und mir damit vom sprichwörtlichen Schlauch helfen?“ (Falls du fürchtest, dich damit als Dussel zu präsentieren – nein, das zeigt einem *offenen* Gesprächspartner nur, dass du gewillt bist, Missverständnisse deinerseits einzuräumen und aufzuklären. – Und bei einem nicht-offenen Gesprächspartner ist wahrscheinlich eh alle Mühe vergebens …)

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    • suzy schreibt:

      Du brauchst Dich nicht zu entschuldigen! Das ist Deine Meinung 🙂
      Ich muss ja wahrscheinlich in das 2. Gespräch und da werde ich genau das tun. Konkretisieren und nach den Einzelheiten fragen. Es kann kaum noch schlimmer werden, nur besser. Etwas Ähnliches hatte ich mir auch schon überlegt, Runde 2 im Juni 🙂

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  7. Hariclea schreibt:

    Ich weiss nicht, ich denke nicht das alles vorbestimmt ist . Es ware absurd zu denken dass es vorbestimmt ist dass man Leute arm sind und mache sehr reich, dass einige so sehr leiden mussen usw. Obwohl es tatsachlich Grenzen gibt uberall im Leben und in der Welt und die sind schwer zu uberwaltigen. Aber andererseits hat man tatsachlich manchmal ‚gute’/’schlechte‘ Gefuhle bei etwas, wohl bei dem Job mehr als anderswo und denen ist es nicht schlecht doch zuzuhoren manchmal und insoweit moglich. Ich glaube es gibt Sachen und Werdegange die passen und andere die wiederum weniger passen, ber heisst nicht dass man nicht auch falsch wahlen kann. Denken aber dass wenn es sich einfach ’nicht richtig‘ anfuhlt man doch versuchen sollte da rauszukommen. Irgendwie schuldet man sich selber zu versuchen das Beste draus zu machen oder halt ein Besseres zu versuchen/zu suchen. Und vielleicht zu versuchen nicht standig mit dem zu hadern was passiert, was auf eien zukommt. Ich schwanke zwischen.. man hat weni Kontrolle uber alles was passiert und man muss veruschen was draus zu machen was passiert. Ein Leben wo alles vorbestimt ware wurde sich sonst ziemlich sinnlos anfuhlen, oder?
    Wieso ich auch einfach versuche nicht standig mit der Welt an sich zu hadern weil enfach zu viel Mist da ist, aber im Kleinen versuche was zu machen weil man sich dann eben nicht hilflos ausgeliefert fuhlt.
    Und vielleicht ist am Ende am Besten, nicht zu viel druber nachdenken, einfach Leben , jetzt und in vollen Zugen denn wir haben nur die eine Chance diesbezuglich 🙂

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    • suzy schreibt:

      Ich glaube auch nicht dass alles vorbestimmt ist. Vielleicht gibt es einen roten Faden an dem sich alles entlanghangelt und den man selbst immer wieder neu auslegen kann? Keine Ahnung aber gut dass ich es nicht weiss, dann wäre das Leben langweilig und vorhersehbar.
      Ich hadere nicht immer, aber manchmal schon, so einfach hinnehmen kann ich es nicht. Dafür kämpfe ich zu gerne 🙂
      Und ja, Leben in vollen Zügen, es gibt nur die eine Chance und die müssen wir nutzen ganz egal wie sie sich gestaltet…

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