Der Brauch mit dem Christbaum

Mein syrischer Patensohn, bei dieser Bezeichnung sind wir jetzt hängen geblieben nachdem er mich einmal in einer Whatsapp als Godmother = Patentante bezeichnet hat und das fand ich gut…..,
wünscht sich einen Weihnachtsbaum.

Zuerst war es der Adventskranz, dessen Bedeutung ich beim einkaufen erklärt habe und der jetzt auf seinem Tisch steht. Die anderen (arabischen) Jungs wollten abends natürlich gleich alle Kerzen auf einmal anzünden und ich lag fast unterm Tisch vor lachen als er mir erzählt hat, dass er die anderen erstmal aufklären musste dass das auf keinen Fall geht und man nur jeweils eine weitere Kerze an den folgenden Sonntagen anzünden darf…..
Wir schreiten in der christlichen Aufklärung und der Erklärung der deutschen Traditionen weiter fort 🙂


das ist meiner….

Und jetzt kam der Wunsch nach einem kleinen Christbaum. Für sowas bin ich ja immer zu haben und so werden wir nächste Woche den Familienweihnachtsbaum und den Baum für das deutsch-syrische Zimmer kaufen.
Und ich habe festgestellt dass ich passen muss wenn es darum geht zu erklären warum wir – nach deutscher Tradition – jedes Jahr einen Weihnachtsbaum aufstellen 😦
Hättet Ihr es gewusst?

Also den besten Freund google gefragt……

Der genaue Ursprung der urdeutschen Tradition lässt sich wohl nicht so eindeutig definieren. In vielen Kulturen hatten immergrüne Pflanzen wie Tannen und Misteln eine besondere Bedeutung. Zum Jahreswechsel wurden sie aufgestellt, um Naturgewalten und böse Geister fernzuhalten. Immergrüne Pflanzen verkörperten Lebenskraft, und darum glaubten die Menschen in früheren Zeiten, sich Gesundheit ins Haus zu holen, indem sie ihr Zuhause mit Grünem schmückten. (Vielleicht haben deswegen so viele Menschen Zimmerpflanzen?)
Die Römer bekränzten zum Jahreswechsel ihre Häuser mit Lorbeerzweigen. Durch das Schmücken eines Baums zur Wintersonnenwende ehrte man im Mithras-Kult den Sonnengott. Auch in nördlichen Gegenden wurden im Winter schon früh Tannenzweige ins Haus gehängt, um bösen Geistern das Eindringen und Einnisten zu erschweren, gleichzeitig gab das Grün Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings.

Es gibt eine Erklärung, dass die brennenden Kerzen in Gedenken an die Toten angezündet werden. Die Lichter sollen den Verstorbenen den Weg weisen um an diesem Abend den Weg zurück zur Familie zu finden.
Na hoffentlich finden sie dann auch die richtige Familie….

Als frühestes Zeugnis des Weihnachtsbaums gilt ein Kupferstich aus dem Jahr 1509. Der Künstler Lucas Cranach zeigt in seinem Werk einen mit Lichtern und Sternen geschmückten Tannenbaum. In den folgenden Jahren verbreitete sich die Tradition vor allem in den Zünften und Vereinen, wo man immergrüne Bäume aufstellte.
Ab dem 
17. Jahrhundert begannen die Menschen, geschmückte Weihnachtsbäume im Wohnraum aufzustellen. Das belegt eine Aufzeichnung aus dem Elsass aus dem Jahr 1605. Die Weihnachtsbäume galten als Hoffnungsträger für neues Leben und wurden damals mit Nüssen, Äpfeln und Süßigkeiten geschmückt.  Vom Elsass aus verbreitete sich die Tradition im 18. Jahrhundert in Deutschland.
Im 19. Jahrhundert erlangte der Weihnachtsbaum auch weltweit zunehmend Popularität. Vor allem das wohlhabende Bürgertum stellte Bäume mit Süßigkeiten und Äpfeln (=Zeichen der Erbsünde) auf, alle anderen konnten sich die teuren Tannenbäume nicht leisten, eine Demonstration des Wohlstandes.
Im evangelischen Glauben wurde der Christbaum zuerst übernommen, die katholische Kirche hat lange Zeit der Weihnachtskrippe den größeren Symbolgehalt zugemessen und den Baum ignoriert.
Erst im Jahre 1982 wurde auf dem Petersplatz in Rom der erste Weihnachtsbaum aufgestellt.
Von Deutschland aus verbreitete sich der Brauch über Österreich und Europa in die ganze Welt. Die englische Königin Viktoria vermählte sich 1840 mit Albert von Sachen-Coburg und damit kam der Weihnachtsbaum nach London.
Auch die Niederlande, Russland, besonders Petersburg und Moskau, wo er allerdings nur in den höchsten Kreisen üblich war, und Italien verdanken ihren Weihnachtsbaum den Deutschen. 1837 führte die Herzogin Helene von Orleans den Weihnachtsbaum in die Tuilerien ein, später machte sich die Kaiserin Eugenie um seine Verbreitung verdient. Zwei Jahrzehnte später wurden in Paris bereits 35.000 Christbäume verkauft. Nach Nordamerika gelangte der Christbaum durch deutsche Auswanderer und Matrosen.
1832 stellte der deutschstämmige Harvard-Professor Karl Follen als erster einen Weihnachtsbaum in seinem Haus in Cambridge (Massachusetts) auf und führte so diesen Brauch in Neuengland  ein……..
Der Siegeszug des Christbaums 🙂

Bei uns geht gerade immer noch die Welt im Schnee unter und mit winterlichen Grüßen wünsche ich Euch einen schönen und entspannten 2. Advent !

Quellen: wikipedia.Weihnachtsbaum
T-Online, Tradition des Weihanchtsbaums

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8 Antworten zu Der Brauch mit dem Christbaum

  1. CraMERRY schreibt:

    Dir auch eine schönen 2. Advent.
    Welch ein Mehrwert an Information: ich olle Katholikin wusste garnicht, dass meine glaubenstechnisch Oberste Heeresleitung (vulgo der Papst) erst in ’82 einen Weihnachtsbaum hat aufstellen lassen. Ganz schön heidnischer Brauche wie mir scheint 😂

    Gefällt 2 Personen

  2. Servetus schreibt:

    I feel like this is something „Die Sendung mit der Maus“ should have covered. I learned a LOT from watching that show. It’s a good sign that the Syrians are acclimatizing. Blessed Advent to you and him!

    Gefällt 1 Person

  3. Die Pö schreibt:

    Dir auch schönen 2.Advent und nächste Woche viel Erfolg beim Christbaum-Aussuchen!

    Gefällt 1 Person

  4. Herba schreibt:

    Großartig euer gemeinsames Entdecken unserer Traditionen!
    Weiterhin eine schöne Adventszeit! :*

    Gefällt 1 Person

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